Seite:Dudalaeus Welt herum wandernde Jude.djvu/20

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so hat Er auch wollen alles dermassen in der Welt lassen erscheinen, damit das Werk dem Meister immerdar möchte loben, und die vernünftigen Creaturen von seiner überaus hohen Weisheit, unaussprechlichen Güte, und gnädigen Willen gar leichtlich urtheilen können.

Ob nun aber dieser göttliche Rath so überaus hoch ist, daß er von englisch- und menschlicher Vernunft nicht genugsam könne verstanden oder mit Zungen ausgeredet werden; dennoch ist ein Theil der erschaffenen Creaturen Gottes für großer und verborgener Hoffahrt, von ihrem Schöpfer hinwiederum abgefallen, damit sie, wegen ihrer vielgeliebten eigenen Thorheit, Gottes Weisheit hintansetzen und gänzlich verachten möchten.

Insonderheit aber auch, auf daß, wie damal stracks, also hinfort allweg, die Weisheit von ihren eigenen Kindern gemeistert werden könne. Dann ein Theil der erschaffenen Engel sind, in ihrer Vollkommenheit und eingepflanzten Weisheit nicht bestanden, sondern von GOttes Weisheit, welche Unsterblichkeit und ewige Freude ihnen mitgetheilet, abgewichen, und haben sich gutwillig, sehend auch wissentlich in das ewige Verderben hineingestürzet.

Nicht aber allein ist solches mit der englischen Natur also zugegangen, sondern das menschliche Geschlecht hat auch in unsern ersten Eltern, sich durch dieselben, so voller Bosheit und Abgunst steckten, von Gottes Weisheit lassen abwenden,

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Chrysostomus Dudalaeus: Der immer in der Welt herum wandernde Jude. [s.n.], [s.l.] [teilweise 1634], Seite 20. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dudalaeus_Welt_herum_wandernde_Jude.djvu/20&oldid=- (Version vom 31.7.2018)