Seite:Dudalaeus Welt herum wandernde Jude.djvu/8

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aber den Menschen unglaublich und unerforschlich wären.

Sein des Juden Leben belangend, hält er sich sehr still und eingezogen, redet nicht viel mehr, denn was man ihn fraget. Wenn er zu Gaste geladen wird, soll er wenig essen und trinken, eilet immer wieder fort, und bleibet nicht lang auf einer Stätte; und als ihm zu Hamburg, Danzig und anderswo Geld verehret worden, hat er nicht viel über zween Schillinge genommen, davon er doch alsbald wiederum den Armen umher ausgetheilet hat mit Anzeigung, er bedürfe keines Geldes, Gott werde ihn wohl versorgen, denn er habe seine Sünde bereuet, und was er unwissend gethan, GOtt abgebeten.

So hat man ihn der Zeit über, die er zu Hamburg und Danzig zugebracht, auch niemals Lachen sehen. In welches Land er gekommen, desselben Sprache hat er gebraucht, wie er denn dazumal die Sächsische Sprache geredet, nicht anders als ein gebohrner Sachse. Die meisten, so aus denen benachbarten und auch fernern Orten, nach Hamburg und Danzig kommen, diesen Mann zu sehen und zu hören, haben geschlossen und dafür gehalten: Weil dieser Jud nicht allein GOttes Wort gern gehöret und davon geredet, auch allweg, mit besonderer Andacht und Ehrerbietung, dann auch mit großem Seufzen, wann der Name GOttes oder JEsus Christus genennet, sich erzeiget, über dieß auch kein Fluchen

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Chrysostomus Dudalaeus: Der immer in der Welt herum wandernde Jude. [s.n.], [s.l.] [teilweise 1634], Seite 8. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Dudalaeus_Welt_herum_wandernde_Jude.djvu/8&oldid=- (Version vom 31.7.2018)