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Bogen einen südindischen Renaissancestil, dessen ruhige und edle Schönheit wohltuend gegen die krankhaft üppige Eigenart der altdrawidischen Bauleistungen absticht. Liegt Tirumals Palast[WS 1] auch größtenteils in Trümmern, so sind doch gegenwärtig außer dem von stattlichen Säulenhallen umgebenen Hof einige Säle und Räume wiederhergestellt, die als Gerichts- und Verwaltungskanzleien benutzt werden.

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Der heilige Badeteich Teppu Kulam.

Die Reste des großen Königs Tirumal sind in einem stattlichen, einer Gopura ähnlichen Mausoleum auf einer Insel inmitten des Tempelteiches Teppu Kulam beigesetzt. Auf dem Bilde dieses Tempelteiches schreitet gerade ein durch seine weiße über die linke Schulter gelegte Baumwollenschnur als Brahmane kenntlicher Mann die Stufen zu dem trüben, aber durch Zusatz von Gangeswasser geheiligten Bade hinunter, der ein zusammengerolltes Tuch unter dem Arm trägt, um dies während des Bades mit dem getragenen Hüftenschurz auszuwechseln. Sobald die bereits Badenden die vielsagende weiße Schnur erblicken, weichen sie ehrerbietig aus oder ziehen sich ganz zurück, um dem Brahmanen auch im Wasser die ihren verschiedenen Kasten vorgeschriebenen Respektsschritte vom Leibe zu bleiben. Diese Maßregel des Fernhaltens der

unteren Volksschichten wurde aber von den Brahmanen wohl nicht allein aus

Anmerkungen (Wikisource)

  1. WS: Tirumals Palast: vergleiche Thirumalai Nayakkar Mahal (en)
Empfohlene Zitierweise:
Kurt Boeck: Durch Indien ins verschlossene Land Nepal. Ferdinand Hirt & Sohn, Leipzig 1903, Seite 74. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Durch_Indien_ins_verschlossene_Land_Nepal.pdf/108&oldid=- (Version vom 1.7.2018)