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religiösem Stolz und Machtgefühl angeordnet, sondern mag der Erfahrung entsprungen sein, daß die in Indien endemisch grassierenden ansteckenden Krankheiten vorzugsweise die schlecht genährten, widerstandsunfähigen niederen Klassen heimsuchen und durch diese weiterverbreitet werden.

Bereits wenige Jahre nach dem geheimnisvollen Tode Tirumals ließ sein Sohn und Nachfolger[WS 1], eifersüchtig auf seines Vater Ruhm und Schöpfungen, den Palast zerstören und das kostbare Baumaterial, die riesigen Granitsäulen und Marmorquadern nach der nördlich gelegenen Festung Tirisirapalli[WS 2] schaffen, deren Name von den Engländern jetzt in Tritschinopolis verballhornt ist; Jahre hindurch hatten unaufhörliche Züge endloser Ochsenkarren mit diesem Transporte zu tun.

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Tempel und Befestigungen auf dem Felsen in Tritschinopolis.

Die Stadt Tritschinopolis verkündet sich schon aus weiter Ferne durch drei gewaltige weiße Felsmassen, von deren Gipfel und Flanken hellgetünchte Säulenhallen und Tempelmauern zu den Befestigungswerken hinunterschimmern, die aus den Steinen des Palastes in Madura als Bollwerk gegen die andringenden Mohammedaner errichtet wurden.

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Seringham aus der Vogelschau.

Jenseits des Kaweristromes beginnt ein durch Kanäle sorgfältig bewässertes und deshalb sehr fruchtbares Gebiet. An dem von Bambusgebüsch gesäumten

Kanal plaudern badende Frauen, die sich bei unserem Nahen völlig in die

Anmerkungen (Wikisource)

  1. WS: Tirumals Sohn: Chokkanatha Nayak (en) regierte 1662-1682 und war Enkel Thirumalais.
  2. WS: Tirisirapalli, Tritschinopolis: vergleiche Tiruchirappalli
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Kurt Boeck: Durch Indien ins verschlossene Land Nepal. Ferdinand Hirt & Sohn, Leipzig 1903, Seite 75. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Durch_Indien_ins_verschlossene_Land_Nepal.pdf/111&oldid=3178655 (Version vom 1.7.2018)