Seite:Erzählungen vom Oberharz in Oberharzer Mundart von Louis Kühnhold – Heft 4.pdf/7

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Es wäär beschlossen, unnern Laamsrast[1]
Zu beschließen mit än Bockbiersaft;

135
’s sollte Käner ruffen: „Ach!“ oder „Weh“,

Liewer naufkumme nach d’r Jordansheh[2][WS 1].
Un, wie gesaat, m’r loos immer wieder:
Vor zahn Pfäng ä halwes Liter.

     Un deshalleb zuung a ganse Schaarn

140
Nong Bockbier im Gald zu schpaarn.

Doch ä Arthum[3] waarsch, ’s blieb d’r alte Preis,
Bezohlt wuur jedoch in jeder Art un Weis’,
Ja vielfach wuur noch gemäänt[4]:
„’s immer besser, als wänns hette Feier gerähnt.“

145
     Nu kaams dänn, wie der Oomd brooch aan,

Huur[5] m’r von dan Tag käne Silleb[6] me saan;
Doch hatter vor Viel’n mitgebracht,
Nu gaar äne kritische Nacht.
Dänn Manniger seifzte mit schwärer Brust:

150
„Ach, wie hat mich d’r Bock geschtußt;

Gans deitlich sieht m’rsch wieder heit,
Wie falsch daß oft ward prowezeiht.
Anschtatt än kritischen Tog hot’s gebracht
Nu gaar äne kritische Nacht!“




Der 28. Marz.


155
     Vergange waar su d’r arschte Tog,

Ruhig wuursch wieder nog un nog.


  1. Laamsrast = Lebensrest.
  2. Jordansheh = Jordanshöhe. ist ein beliebter Ausflugsort bei St. Andreasberg.
  3. Arthum = Irrthum.
  4. gemäänt = gemeint.
  5. Huur = hörte.
  6. Silleb = Silbe.

Anmerkungen (Wikisource)