Seite:Erzählungen vom Oberharz in Oberharzer Mundart von Louis Kühnhold – Heft 7.pdf/7

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Un dohaar soog’s[1] balle su aus,
Wie wenn ich bäde Bään schtreckte raus.
Mier argerts bluus, dasses meine Fra mußte sahn,
Nu ward’s wull wieder Schtich’lred’n gaan.“

140
     Doch schtille wuursch jetzt nog diss’n Wort, —

Mit Musik gings jetzt luuß dorch d’n Ort.
Nu gings Schtroß auf un Schtroß ob,
Bedänklich schittelte Manniger d’n Kopp
Un sate: „Na, m’r sieht doch nu hie heit

145
Bein Soldatenlaam de Schattenseit;

Dänn schließlich isses a nett schien,
Noch Kommando auf und ob zu giehn.“

     Doch vorwarts ging’s dorrich alle Schtroßen
Un ununterbroch’n wuur geblosen;

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Nu kaams[2] dänn a vier, daß of manniger Schteet[3]

M’r huur wätter[4] nischt wie äne Trumpeet[5].
Doch pletzlich waarsch ganz un gaar vorbei,
Dänn m’r vernahm bei de Fraans lautes Geschrei, —

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’s ruffte Aene von dan Alten:

„Mier miss’n arschtemool schtille halten!“

     Un Jeden gallte äs jetzt in d’n Uhr’n[6]:
„Ach Kinnersch, ich hoob män Pantoffel verluhr’n!
Wänn ich nett arr, su waarsch im Schlabaam[7] uum,

160
Do hatte ich de Bään zu huuch gehuum[8];

Bei dan Marschier’n un dan Blosen
Hoob ich gewiß än obrutschen loßen.
Un deshalleb möchte ich jetzt drim baten[9]
Mier zu geschtatten auszutraten.“


  1. soog’s = sah es.
  2. kaams = kam es.
  3. Schteet = Stelle.
  4. wätter = weiter.
  5. Trumpeet = Trompete.
  6. Uhr’n = Ohren.
  7. Schlabaam = Schlagbaum.
  8. gehuum = gehoben.
  9. baten = beten.

Anmerkungen (Wikisource)