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     Herr, unser Heil! sie hat gesiegt,
Und siegt in allen Landen,

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Und zeuget, daß dein Wort nicht trügt,

Und zeugt, du bist erstanden.
Dein Kreuz, an das man dich erhöht,
Verwandelt sich in Majestät;
Du gehst aus deinem Grabe.

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     Gehaßt in deiner Niedrigkeit,

Warst du ein Ziel des Spottes,
Und zeigtest doch zu gleicher Zeit
An dir die Hoheit Gottes.
Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Greul;

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Doch sterben für der Feinde Heil,

Dieß ist die höchste Tugend.

     Dein Reich war nicht von dieser Welt,
Dein Ruhm nicht Menschenehre.
An Demuth groß, an Lieb ein Held,

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Und göttlich in der Lehre;

Geduldig, und von Sünden rein,
Gehorsam, bis zum Kreuze, seyn;
Dieß war des Heilands Größe.

Empfohlene Zitierweise:
Christian Fürchtegott Gellert: Geistliche Oden und Lieder. Weidmannische Handlung, Leipzig 1757, Seite 132. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geistliche_Oden_und_Lieder-Gellert.djvu/156&oldid=3314621 (Version vom 31.7.2018)