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     Du starbst am Kreuz. Doch war dir nicht

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Die Kraft des Herrn gegeben?

Wer gab den Blinden das Gesicht?
Den Todten selbst das Leben?
Und wem gehorchte Wind und Meer?
Und wem der bösen Geister Heer?

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Du warst von Gott gekommen.


     Nun irren mich nicht Schmach und Spott,
Noch deines Kreuzes Schanden.
Du bist mein Herr, du bist mein Gott;
Denn du bist auferstanden.

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Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort,

Der Herr, durch dessen mächtig Wort
Auch ich einst ewig lebe.

     Wir sind nun göttlichen Geschlechts,
Durch dich des Himmels Erben.

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Dieß ist die Hoffnung deines Knechts,

In dieser will ich sterben.
Wie du vom Tod erstanden bist;
So werd auch ich, Herr Jesu Christ,
Am jüngsten Tag erstehen.

Empfohlene Zitierweise:
Christian Fürchtegott Gellert: Geistliche Oden und Lieder. Weidmannische Handlung, Leipzig 1757, Seite 133. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geistliche_Oden_und_Lieder-Gellert.djvu/157&oldid=3314622 (Version vom 31.7.2018)