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Inschrift: Salve Jesu care, cruci tuae me aptare vellem vere tu scis quare, da mihi tui copiam. Amen.

Achter Flügel. Bernhard im Dom zu Speier. Inschrift: Maria: Bene veniat, o bone Bernharde. Bernhardus: O clemens, o pia, o dulcis virgo Maria. Rechts und links von dieser Inschrift zwei Notenreihen, nach damaliger Weise vierlinig, die Noten viereckig. Die Tonart G dur. Der den Noten untergeschriebene Text lautet: Salve regina misericordiae, vitae dulcedo et spes nostra, salve. Inhaltlich der erklärenden Mauerschrift kamen gleichzeitig mit Bernhard blonde Schwaben nach Speier (flavi venere suevi). Offenbar ist der Kaiser Konrad nebst Gefolge gemeint, welcher sich 1146 durch Bernhards gewaltige Predigt im Dom zu Speier zu einem Kreuzzug bewegen ließ. Als Bernhard den Dom betrat, wurde das Salve regina angestimmt. Begeistert rief Bernhard: O clemens, o pia, o dulcis virgo Maria. Daher noch jetzt diese Worte im Salve regina.

Neunter Flügel. In einer ligurischen Stadt heilt Bernhard elf Besessene. Inschrift: Ego vos daemones adjuro in nomine Jesu Christi.

Zehnter Flügel. Bernhard beschwört einen Mückenschwarm, der einen Ort in Frankreich belästigt hatte, nun aber sich dem Feinde zuwendete. Inschrift: Bernhardus: Ego vos excommunico muscas.

Elfter Flügel. Bernhard, ein Pferd, ein Beichtender. Inschrift: Si sine cordis agitatione poteris orationem dominicam finire, mox hoc jumentum habebis. In ipsa, pater, oratione sollicite cogitavi de sella, si eam habere debeam cum jumento. Die Mauerschrift gibt dazu folgenden Kommentar: Bernhard verweist einem beichtenden Landmann seine Zerstreutheit beim Gebet. Allein der Beichtende ist deß nicht geständig und rühmt sich vielmehr der Stetigkeit seiner Gedanken beim Beten. Bernhard fordert ihn auf, die Wahrheit seiner Behauptung zu beweisen und verheißt ihm nach gelungener Beweisführung den Lohn, indem er spricht: „Vermagst du das Vaterunser aufmerksam

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 1). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 176. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_1).pdf/192&oldid=- (Version vom 1.8.2018)