Seite:Georg Muck - Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2).pdf/144

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

eine Seelenmesse zu celebriren. Die genannten von Emmendorf ließen, in Ermangelung eines eigenen Siegels, das Vergleichsinstrument vom Grafen Konrad von Oettingen besiegeln. Otto von Kipfenberg, von Schulden gedrückt, verkaufte 1335 mit Zustimmung seiner Söhne an das Kloster seinen Hof in Aich für 254 Pfund, das Pfund zu 40 Pfennigen gerechnet. Die Herren von Bruckberg ertheilten als Lehensherren ihre Genehmigung, bürgten für die Haltung des Kaufes und verpflichteten sich zur Laistung in einem Wirthshause zu Nürnberg, wenn der Verkäufer wortbrüchig werden sollte. Das Kloster kam allmälig in den Besitz aller Anwesen des Ortes. Von den 28 Anwesen blieben im 30jährigen Krieg 7 besetzt, 5 brannten ab, 16 verfielen und verödeten. Der Ort erholte sich früher als manche andere Orte in der Umgegend. Zwanzig Jahre nach dem Kriege waren 25 Anwesen wieder besetzt, aber großentheils „noch in Büschen“.


8. Ammerndorf,

„Amelratdorf“. Das Kloster erhielt zur Zeit seiner Stiftung dort keinen Besitz, erwarb aber nach und nach das ganze Pfarrdorf, zwei leonrodische Anwesen ausgenommen. Das Eindrängen des Klosters mit seinen Privilegien führte auch dort, wie überall, zu Prozessen, z. B. mit den daselbst bereits begüterten Dorfherren: den Burggrafen von Nürnberg, dem deutschen Orden und mit andern Adeligen. Besonders heftig stritten die beiden Burggrafen Konrad II. († 1261) und sein Sohn Friedrich III. († 1297) gegen den 9. Abt Edelwinus, wie oben bei diesem Abt berichtet worden ist, unterlagen aber und mußten in Folge richterlicher Entscheidung bezüglich der heilsbronnischen Güter und Unterthanen in Ammerndorf anerkennen, kein Recht und keine Territorialherrschaft zu haben, auch angeloben, künftig mit dem Kloster in Freundschaft zu leben und es nicht mehr zu hindern, seinen Besitz zu erweitern. Der energische Abt erhielt daher von ihnen folgende Erklärung:[1] In nomine Domini. Amen.


  1. Vgl. Stillfried S. 19.
Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 142. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/144&oldid=- (Version vom 1.8.2018)