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Bursarius Ausgaben für Wiesenarbeiten am Nesselbach. 1437 hatte das Kloster (s. b. 22. Abt Kötzler) Streit mit den Herren von Lentersheim und deren Unterthanen in Altenmuhr wegen des Viehtriebes im Mönchswald. Beide Parteien wählten zum Schiedsrichter den Kurfürsten Friedrich I. in Kadolzburg, dessen gütliche Entscheidung u. A. enthielt: „Wir Friedrich von Gottes Gnaden Markgraf zu Brandenburg, Erzkämmerer und Burggraf zu Nürnberg thun kund von Zwietracht wegen zwischen dem Würdigen und Andächtigen, unserem lieben und getreuen Herrn Ulrichen Abt und sein Convent, und den Ehrbaren und Vesten, unseren Dienern und Getreuen Conraden und Heinrichen von Lentersheim, also daß die von Lentersheim vermeinten, daß sie oder ihre armen Leute zu Altenmuhr und Stadeln einen ewigen Viehtrieb haben sollen in dem Münchwald, zwischen dem Nesselbach und Heglein gelegen, dawider aber Abt und Convent vermeinten, daß Jene darauf kein Recht hätten.“ Dann erklärte der Kurfürst auf Grund der Urkunden: „Der Grund und Boden des Waldes ist freieigenes Gut des Klosters; aber nach dem Herkommen sollen die von Lentersheim und ihre armen Leute zu Altenmuhr und Stadeln allezeit ihr Vieh in dem Walde weiden dürfen, doch nicht in den Schlägen bis das Holz herangewachsen ist, so daß kein Schaden mehr daran geschehen kann. Deß zu Urkund geben wir diesen unsern gütlichen Ausspruchbrief mit unserem Insiegel. Dazu haben der Abt sein und seines Convents Insiegel und Conrad und Heinrich von Lentersheim ihre Insiegel an diesen Brief gehangen. Datum Cadolzburg, Dinstag nach Lätare 1437.“[1] Wie 100 Jahre später der 27. Abt Schopper mit der Familie Lentersheim wegen der Vogelherde im Mönchswald und wegen der Weiher am Nesselbach zu kämpfen hatte, ist oben bei diesem Abt berichtet worden. Die vom Kloster nach und nach dort erworbenen 1650 Morgen


  1. Der wohlerhaltene Pergamentbrief mit den fünf angehängten Siegeln ist im Archiv zu Nürnberg. Das Siegel des Kurfürsten zeigt drei Schildchen, darauf der brandenburgische Adler, der burggräfliche Löwe und das zollerische Wappen.
Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 484. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/486&oldid=- (Version vom 1.8.2018)