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vernehmen lassen, künftig den Heuzehnt auch anzufechten, haben mir auch allbereits den Brachzehnt mit Gewalt aus dem Stadel genommen. Hiezwischen haben wir mit Weib und Kind, Roß und Rindvieh entlaufen, das ganze Hauswesen, Kirch und Schul an den Nagel hängen müssen. Nicht die Reiter, sondern die Feinde im Dorf haben meinen Dinkel zu sich gerissen. Der arme, vielmal geplünderte, ja nackte Pfarrherr muß sich gar ausziehen lassen. Gott sehe darein!“ Im letzten Kriegsjahre wurde Lentersheim von den Schweden zwar nicht niedergebrannt, aber „sehr verderbt“, insonderheit das Pfarrhaus, zu dessen Reparatur, sowie zum Unterhalt des Pfarrers, die Gemeinde jegliche Beihilfe verweigerte, „da Heilsbronn Alles zu leisten schuldig sei.“ Im Jahr nach dem Kriege waren nur 120 Morgen wieder angebaut und zehntbar. Sechs Jahre nach dem Kriege mußte der Schulmeister Uhlman einen Nachweis über seine Einnahmen vorlegen; dabei berichtete er wie folgt: „5 fl. von der Herrschaft Heilsbronn durch den Vogt zu Waizendorf; 3/4 Mgn. Acker hat mir Herr Vogt eingeräumt; 5 fl. aus dem Heiligen; 2 fl. von der Gemeinde; 11/2 Tgw. Wiese; 20 Brotlaibe; 25 Dinkelgarben; 25 Habergarben; Schulgeld von 16 Kindern. Vor Martini schickt man kein Kind in die Schule; um Mitfasten behält man’s wieder daheim; demnach mir die Leute nicht viel geben. Gleichwohl meinen sie, ich müsse ihnen mehr gehorsamen, als dem Herrn Pfarrer. Die Accidenzien sind auch gar schlecht; denn jetzund sind nur 28 Haushalten; vor diesem sind es 60 gewesen.“


21. Löllendorf,

Weiler bei Wieseth. Das Kloster acquirirte dort durch Tausch ein Gut von Friedrich Rupp in Dinkelsbühl i. J. 1337, und 1517 durch Kauf ein Gut von M. Hammer zu Lehrberg.


22. Maierndorf,

Weiler bei Wieseth. Die dortigen heilsbronner Unterthanen prozessirten 1549 heftig gegen Anstand von Seckendorf zu Forndorf, durch dessen Schäfer sie geschädigt wurden. „Dieser ganze

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 518. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/520&oldid=- (Version vom 1.8.2018)