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beehrt wohlmeinend Herrn Predigers und Professors Händels hochberedten Mund dessen etlichemal gewesener Zuhörer Schober.“

19. M. Mart. Clemens Coeler (1675–91), von Onolzbach ernannt, war der erste Rektor an der wiedereröffneten Fürstenschule, erhielt 1675 die Predigerstelle, die er bis an seinen Tod bekleidete. Er wurde wegen seines Fleißes und seines exemplarischen Lebens von beiden Regierungen hochgeschätzt. Was mußte der wohlgesinnte Mann empfinden beim Rückblick auf sein 36jähriges Wirken an einer Schule, die gleich von vornherein zuchtlos war und von Jahr zu Jahr zuchtloser wurde.

20. M. Joh. Fried. Krebs (1692–1721), von Bayreuth zum Prediger ernannt, war erst Rektor in Heilsbronn, in beiden Funktionen 46 Jahre lang thätig, aber ebensowenig wie Coeler im Stande, die Schule zu heben und der Zuchtlosigkeit Einhalt zu thun.

21. M. Joh. Ludw. Hocker (1722–46), von Onolzbach ernannt, erst Feldprediger, dann Diakonus in Krailsheim bis zu seiner Berufung an die Prädikatur in Heilsbronn. Auch ihm gelang es nicht, der Verwilderung zu steuern. Daß aber Alle, die sich für Heilsbronn’s Geschichte interessiren, seiner dankbar gedenken, ist oben oft erwähnt und in den Beiträgen besonders hervorgehoben worden. Er war Zeuge der Aufhebung der Fürstenschule und starb 1746.

Sechshundert Jahre lang war Heilsbronn, wie wir gesehen haben, ein geschichtlich denkwürdiger, meist sehr belebter, viel besuchter Ort. Von nun an ereignete sich dort nicht mehr viel Denkwürdiges. Es wurde stiller daselbst, Vieles von den literarischen und artistischen Schätzen weggebracht, keine fürstliche Leiche mehr dort bestattet. Das ursprüngliche Klostergebäude wurde Amts- und Gerichtsgebäude, die alte Abtswohnung größtentheils, manches andere Klostergebäude völlig abgetragen, das Burggrafenhaus, Pfarrhaus, die Klosterkirche verunstaltet, aber seit 1851 neugestaltet, theils restaurirt, theils renovirt, theils modernisirt, theils demolirt.




Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 3). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1880, Seite 155. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_3).pdf/157&oldid=- (Version vom 1.8.2018)