Seite:Georg Rusam - Entstehung und Entwicklung der Urpfarrei Sachsen bei Ansbach.pdf/20

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angesprochen. Die Verbindung mit Sachsen ist also schon damals nahezu gelöst gewesen. Weder in dem Sachsener Salbuch von 1450 noch sonstwie findet sich mehr ein Hinweis auf das Filialverhältnis. In Hutters Collectaneen wird die Pfarrei als zum Archidiakonatsbezirk Ansbach gehörig aufgeführt. In einem späteren Zusatz heißt es dann aber: „Diese Pfarrei ist mit Heilsbronn gegen einen Klosterhof allhier (d. i. zu Ansbach) verbant (wohl vertauscht) 1556.“ Zu Petersaurach zählte als Filial Dettelsau, womit heute noch im Volksmund Neuendettelsau gemeint wird. Auch dieses Filial wurde bald sebständig; Hutter führt den Ort schon neben Petersaurach als eigene Pfarrei auf.

 Immeldorf besaß wohl auch schon sehr früh eine Kirche oder Kapelle. Am Turm befindet sich ein Stein mit der Jahreszahl 1011; mag diese Zahl auch nicht für den gegenwärtig stehenden Turm zutreffen, so erscheint es doch glaubhaft, daß ein früheres Gotteshaus um diese Zeit errichtet wurde, zumal Immeldorf eine gute Stunde von Sachsen entfernt liegt. Es ist auch die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß in ältester Zeit eine in Immeldorf ansässige Herrschaft eine Eigenkirche baute; doch fehlt hiefür jeder Anhaltspunkt. In geschichtlich nachweisbarer Zeit wurde Immeldorf immer von Sachsen aus versehen. Erst 1455 wurde dort eine eigene Frühmesse gestiftet durch das stattliche Vermächtnis eines gewissen Peter Lympach aus Schlauersbach und seiner Ehefrau Margareta. Im ältesten Salbuch der Pfarrei Sachsen lesen wir die Notiz: Anno Domini 1453 incepit et consensit Dominus Cunradus Krepfflein in primissariam in Immeldorf (im Jahr des Herrn 1453 begann und stimmte Herr Konrad Krepflein zu zur Frühmesse in Immeldorf). Krepflein war damals Pfarrer von Sachsen und behielt sich alle pfarrherrlichen Rechte über Immeldorf ausdrücklich vor: absque omni detrimento plebano et sociis (ohne jede Schädigung für den Pfarrherrn und seine Kapläne). Tatsächlich mußten die Immeldorfer noch weiter ihre Abgaben an den Pfarrer von Sachsen leisten. Bei dem jährlichen „Send“ zu Immeldorf hatten junge Hausleute 1 Groschen, Bauern je 1 Heller für sich und je 1 Pfennig für ihre Kinder und Ehehalten, endlich Köbler und Frauen je 1 Pfennig an ihn zu entrichten. Der Pfarrer von Sachsen hatte dafür alle „Feiertäg und Freitag“ eine Messe in Immeldorf zu lesen, dann Metten, Jahr- und Seeltage zu halten, oder, wenn er es nicht selbst tun wollte, seinen „Zuherrn“ (Kaplan) zu schicken. So ist es in einer Beschwerdeschrift vom Jahr 84 (offenbar 1484) zu lesen. Aber eben aus dieser Beschwerde ergibt sich, daß diese Funktionen des Pfarrers von Sachsen häufig unterblieben. Nach der Stiftung der Frühmesse sind sie jedenfalls mehr und mehr auf den Frühmesser in Immeldorf übergegangen, bis dann nach der Einführung der Reformation, ähnlich wie bei Lichtenau, die völlige Trennung von Sachsen erfolgte, sicher ohne besonderen Rechtsakt, unter stillschweigender Förderung der Nürnberger Pflegschaft in Lichtenau.