Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/85

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Rom geworfen, aber von einer Christin wieder herausgezogen und bei Rom beerdigt worden. So erzählt uns die Sage aus dem Jahre 288 n. Chr. Sein Todes- und Gedenktag ist der 20. Januar. Er wurde als Helfer in Todesnot von den Sterbenden gern angerufen, weshalb sich auch die Bruderschaft in Sachsen nach ihm benannte.

 Georg, der Ritter, soll zur Zeit der Christenverfolgungen unter den römischen Kaisern gelebt und im Jahre 303 ritterlich sein Leben für den Herrn gelassen haben. Sein Bild ist ganz von Sagen und Legenden umwoben. Er wird meist als der Held dargestellt, der dem Lindwurm, dem „alten Drachen“, die Lanze in den Rachen stößt. So soll er nämlich einst eine verlassene Königstochter aus der Gewalt eines Drachen errettet haben. Als Schutzherr aller Verlassenen und Bedrängten wurde er darum gern angerufen. Seine Heldengestalt fand überhaupt den Beifall unserer Vorfahren.

 Oswald war ein englischer König, der vor seinen Feinden nach Schottland fliehen mußte. Er konnte aber zurückkehren und über seinen Gegenkönig einen glänzenden Sieg erringen, weil er vor der Schlacht ein Kreuz aufgerichtet und vor allem Kriegsvolk den „wahren Gott“ um Schutz und Hilfe angerufen hatte. Er soll sich dann sehr um die Ausbreitung des Christentums bemüht, aber schließlich in einer Schlacht im Jahre 642 sein Leben verloren haben. Sein Gedenktag ist der 4. August.

 Leonhard, ein fränkischer Edelmann, hatte sich nach seiner Belehrung als Einsiedler in einem Walde niedergelassen und ein Bethaus gebaut, aus dem hernach ein berühmtes Kloster erwuchs. Er hatte seine besondere Freude daran, für die Gefangenen und Eingekerkerten zu wirken. Später wurde er als Pfleger der Landwirtschaft und Beschützer der Pferde und Rinder verehrt. Er starb im Jahre 559 am 6. November. Letzteres ist darum auch sein Gedenktag.

 Sixtus, ein Papst, hielt trotz des Verbotes des Kaisers Valerian einen feierlichen Gottesdienst in den unterirdischen Gewölben zu Rom (Katakomben), wurde dabei von eingedrungenen Soldaten ergriffen, mit seinen Diakonen vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt, auch auf der Stelle enthauptet, am 6. August 258.

 Kunegunde war die Gemahlin des Kaisers Heinrichs II. und führte mit ihrem Manne ein christlich frommes Leben. Der Kaiser hatte im Jahre 1007 das Bistum Bamberg gegründet. In dem dort hernach erbauten Dome liegt er mit seiner Gemahlin begraben. Ihre Standbilder, in Stein gehauen, sind an der Ostpforte des Domes zu sehen. Weil Kunegunde kinderlos blieb, wurde sie als Beschützerin der Jungfräulichkeit verehrt. Ihr Gedenktag ist der 3. März.

 Die 14 Nothelfer, eine Zusammenstellung von zweimal sieben Heiligen, gelangten erst gegen das Ende des Mittelalters zu besonderer