Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/88

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1 Himmel zum Sakrament (zum Herumtragen am Fronleichnamsfeste) mit einem Altartüchlein.
1 Stange mit einem Kreuz, einer Fahne und einer Laterne daran, „damit man Leut berichtet“ (d. h. zum Vorantragen vor dem Geistlichen, wenn er zu einem Sterbenden ging, um ihm das heilige Abendmahl zu reichen und die Letzteölung zu spenden).
1 „Or-Scheuben“ (gemeint ist eine Uhrscheibe, ein Zifferblatt).
2 Engel, die Leuchter in den Händen halten.
1 „Pettel–Tafel“ mit St. Jorgen. („Tafel“ bedeutet ein auf Holz gemaltes Bild, hier offenbar mit St. Georg, dem Kirchenheiligen; das „Pettel“ will wahrscheinlich besagen, daß vor diesem Bilde „gebettelt“ wurde, was in alter Zeit gleichbedeutend war mit „gebetet“; vermutlich wurden auch vor diesem Bilde die Opfer an Geld oder Naturalspenden aufgelegt, „auf die Tafel gelegt“, wie es oft in den Akten heißt).
1 Pacem-Tafel mit einem Kreuz. (Wieder ein auf eine Holztafel gemaltes Bild, hier mit einem Kreuz; dieses wurde im Gottesdienst nach dem Friedensgruß, der „Pax vobiscum“ lautete, zum Friedenskuß herumgereicht, damit man so am Frieden des Erlösers teilhabe.)
2 Lampen, 2 zinnene Leuchter.
1 herrliche Fahne (zum Herumtragen bei den Prozessionen).
1 Tafel, gemalt mit St. Jorgen Legende und geschrieben der Ablaß daran. (Also wieder ein auf Holz gemaltes Bild, mit Abbildungen aus der Geschichte des Ritters St. Georg und mit Angaben über den Ablaß, den man sich durch Opfer und Gebete vor diesem Bilde erwerben konnte.)


20. Die alte Kirchenbehörde

 Wie schon wiederholt betont wurde, stand die Pfarrei Sachsen in enger Verbindung mit dem einstigen Kloster und nachherigen Chorherrnstift St. Gumbertus in Ansbach. Soweit geschichtliche Nachrichten zurückreichen, übte der Propst (Vorgesetzte) des Stiftes das Patronat (Besetzungsrecht) über die Pfarrei aus. Zu Pfarrern wurden auch schon vor der Einverleibung der Pfarrei in das Stift mehrfach Chorherren ernannt und nach der Einverleibung (Incorporierung) im Jahre 1312 war dies selbstverständlich. Damit war auch die geistliche Aufsicht auf das Kirchenwesen in Sachsen von selbst gegeben.