Seite:Georg Rusam - Grundlagen und Anfänge kirchlicher Organisation an der mittleren Rezat (Fortsetzung).pdf/19

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Tätigkeit im Rezatgrund zuschreiben zu wollen, widerspricht der geschichtlichen Entwicklung, wie bereits gezeigt wurde.

 Andere Siedlungsherrschaften im Gebiete der mittleren Rezat kommen nicht in Frage. Bezüglich Windsbach und des unteren Rezatgebietes bedürfte es erst genauer Untersuchungen, wobei das Kloster St. Salvator in Spalt nicht zu umgehen wäre. Gleiches gilt vom Einzugsgebiet der Altmühl (Burgoberbach usw.), wozu besonders die Tätigkeit des Klosters und späteren Chorherrenstiftes Herrieden zu würdigen wäre.


C. Die kirchliche Organisation

 Es war in jener Zeit allgemein geltende Ordnung, daß dem Pflug das Kreuz folgte. An die Besetzung des Landes mit Bauern schloß sich die Gründung von Pfarreien und der Bau von Kirchen an. Nicht immer sogleich. Nur wo auf altem oder auch neuem Kulturboden sofort ganze Ortschaften durch Gruppensiedlungen entstanden, konnten auch alsbald Gotteshäuser gebaut und Geistliche berufen werden. Wo aber Einzelhofsiedlung vorherrschte, wie im mittleren Rezatgebiet, wo also geschlossene größere Ortschaften erst nach und nach im Verlaufe von mehreren Jahrzehnten sich bildeten, wo überhaupt der Ausbau der Niederlassungen von einem Hof zum andern infolge der großen Geländeschwierigkeiten nur ganz langsam vorgetrieben werden konnte, mußte notgedrungen auch die kirchliche Organisation in langsamsten Schritt vorwärts gehen. Sie konnte überhaupt erst nach einer bestimmten Zeit einsetzen, nämlich erst dann, wenn die Bevölkerungszahl eine gewisse Höhe erreicht hatte; und sie konnte weiter nur in größeren Zeitabständen den Ausbau der kirchlichen Organisationen vornehmen.

 Noch ein Zweites ist für unser Gebiet zu beachten. Die im 8. Jahrhundert energisch einsetzende kirchliche Organisationstätigkeit, wie wir sie in der Errichtung der Bistümer Mainz, Würzburg, Eichstätt, Regensburg usw., dann in den Bemühungen der fränkischen Könige um die Errichtung und Sicherstellung der Kirchen, um die Fürsorge für die Einkünfte der Pfarreien und anderem erkennen, schloß auch die Gründung von Klöstern in sich. Sie sollten Mithelfer bei der kirchlichen Versorgung der Bevölkerung sein und zugleich Brennpunkte kirchlichen Lebens darstellen. Besonders in abgelegenen, noch wenig besiedelten und kirchlich noch nicht erfaßten Gegenden wurden sie gerne eingesetzt, zugleich mit dem Nebenzweck, die Kulturarbeit vorzutragen. So hören wir gerade in unserer Gegend von Klostergründungen in Heidenheim, Spalt, Herrieden und Feuchtwangen. Und in diesem Zusammenhang muß auch das Gumbertuskloster in Ansbach genannt werden. Die Stiftung dieses Klosters ist im Raume um die mittlere Rezat die erste Erscheinung auf dem Gebiete der kirchlichen Organisationstätigkeit.


1. Das Kloster zu Ansbach

 Laut einer Urkunde vom 29. März 786 übergab der fränkische Edelherr Gumbert das von ihm auf seinem Grund und Boden erbaute Kloster zwischen den Gewässern Rethradenza und Onoldisbach dem König Karl d. Gr. Wann das Kloster, ein Benediktinerkloster, errichtet wurde, ist darin nicht