Seite:Gesammelte Schriften über Musik und Musiker Bd.1 (1854).pdf/201

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dieser fehlt. Nun fliegt noch eine Mittelclasse herum, ohne viel zu arbeiten, viel zu schaden. Man soll diese, schwirren sie uns nicht gerade unbequem vorm Auge, nicht gleich niederschlagen.

Als ich die Allegresse[H 1] einhob, bewegte sich alles rührig – c nach I, d nach II, a nach III, IV nach 2. Nun hörte ich dieses: „die Uebersetzung der deutschen Fröhlichkeit in gladness, giocondità, l’allegresse wäre kaum nöthig gewesen. Hätte man gespielt, so müßte man sagen: das ist ein hurtig fröhlich Ding. Flattere nur zu du Schmetterlingmädchen, du würdest die Farbe verlieren, griffe man dich hart an.“

Jetzt war die Maschine etwas ermattet. Als ich aber die Tänze[H 2] einlegte, gerieth sie in sichtbare Unruhe. Es respondirte auf I=c, auf II=a, auf III=d. Auf IV sprach 3 stark an. Folgendes erfuhr ich: – „er empfinde viel, aber meist falsch – trotz einzelner Mondblitze tappe er im Dunkeln, erwische wohl hier und da eine Blume, aber auch Stroh – vieles würde man für offenbaren Spaß halten müssen, ergebe sich nicht aus dem Ganzen, daß es ernstlich gemeint war – er ziele gut, mache aber (wie ungeübte Schützen) beim Losdrücken die Augen zu – da er noch zu lernen habe, so möge ihm das Geständniß, daß Psychometer diese querspringenden poetischen Kobolde oft einem Dutzend gelehrten Mattaugen, Spitznasen vorziehe, ein aufmunterndes sein.“

Und so hätte ich nichts zu thun, als die Titel abzuschreiben, so wie meinen eignen.[H 3]

Anmerkungen (H)

  1. [WS] Ernst Julius Otto (1804–1877), deutscher Komponist, Chorleiter und Kreuzkantor. Die Fröhlichkeit (L’Allegresse) op. 19 D-Dur, Rondoletto für Klavier zu vier Händen. Dresden: Friese 1832.
  2. [WS] Emil Güntz (* 1807 in Dresden, † 1877) begann als Arzt, wurde dann Musiklehrer und Pensionatsvorsteher in Jersey. Tänze für das Pianoforte, gemeint sind evtl. Dresdner Favorit-Tänze 5tes Heft, Dresden: Friese 1833.
  3. [GJ] „obwohl ohne Orden“ setzte Florestan noch hinzu.