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II. Tanzliteratur.
J. C. Keßler, drei Polonaisen. W. 25. – Sigism. Thalberg, zwölf Walzer. W. 4. – Clara Wieck, Valses Romantiques. W. 4. – L. Edler von Meyer, Salon, sechs Walzer. W. 4. – Franz Schubert, erste Walzer. W. 9. Hft. 1. – Derselbe, deutsche Tänze. W. 33.


— „Und nun spiele, Zilia![H 1] Ich will mich ganz untertauchen in den Tönen und nur zuweilen mit dem Kopf vorgucken, damit ihr nicht meint, ich wär’ ertrunken an der Wehmuth; denn Tanzmusik stimmt schmerzlich und schlaff wie umgekehrt Kirchenmusik froh und thätig, wenigstens mich,“ — sprach Florestan, während Zilia schon in der ersten Keßlerschen Polonaise[H 2] schwebte. „Freilich wär’ es schön,“ fuhr jener fort halb hörend halb sprechend, „ein Dutzend Davidsbündlerinnen machten den Abend zum unvergeßlichen und umschlängen sich zu einem Grazienfest. Jean Paul hat schon bemerkt, wie Mädchen eigentlich nur mit Mädchen tanzen sollten (wo es dann freilich manche Brautfeste weniger gäbe), und Männer (setz’ ich hinzu) überhaupt nie.“ — „Geschähe es aber dennoch (fiel Eusebius ein), so müßte man beim Trio zu der Davidsbündlerin sagen: „so einfach bist auch du und so gut“ — und beim zweiten Theil wäre sehr zu wünschen, daß sie den Blumenstrauß fallen ließe, um ihn im Fluge aufheben und aufsehn zu dürfen in’s dankende Auge.“ Dies alles aber stand mehr in Eusebs seinem und in der Musik, als er es geradezu

Anmerkungen (H)

  1. [WS] „Zilia“ ist der Davidsbündlername von Clara Wieck.
  2. [WS] Joseph Christoph Keßler (eigtl. Kötzler) (1800–1872), Drei Polonaisen für Pianoforte op. 25.