Seite:Geschichte des Dt Buchhandels 1 03.djvu/022

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Lauginger, stand.[1] Reisende und Warenzüge zwischen Nürnberg, Augsburg und Lissabon bewegten sich geraden Wegs über Lyon, dessen Verbindungen mit dem Innern und mit Italien seine Bedeutung als eines der größten europäischen Handelsplätze noch erhöhten.

Natürlich hatten sich also, wie bereits angedeutet, die Blicke der deutschen Drucker auf diesen wichtigen Centralpunkt gerichtet; sie fanden in ihm selber ein verständnisvolles Entgegenkommen vor. Ein reicher Lyoneser, Bartholomäus Buyer, war es, der einen Jünger Gutenbergs, Wilhelm Regis (Königs), nach Lyon kommen und von ihm in seinem eigenen Hause eine Druckerei einrichten ließ. Königs (1472 bis 1488) druckte hier im Jahre 1473 als sein erstes Buch das „Compendium breve“ des Kardinals Lothar (des spätern Papstes Innocenz III.). Er fand schnell Nachfolger unter den Wanderlustigen. Schon in den siebziger und achtziger Jahren finden sich unter den selbständigen Druckern Lyons, ihrer zahlreichen Gehilfen und der andern Hilfsarbeiter des Buchgewerbes nicht zu gedenken, die Deutschen Nikolaus Philipp Pistoris aus Bensheim (1477 bis 1488), Mathias Hus oder Huß aus Bottwar in Schwaben, zu derselben Zeit und später Martin Huß, welch ersterer sich mit Johann Schmidt (Faber) associierte, Johann Clayn oder Clein, genannt der Schwab, aus Ulm (1479 bis 1490), Sixtus Glockengießer aus Nördlingen (1480), Johann Syber, Siber oder Ciber (1482), der auch eine Zeit lang mit Martin Huß zusammen arbeitete, wie dies ebenso Johann Schabeller oder Scabeler that, der gewöhnlich der Battenschnee (1484) aus Basel genannt wird, Johann Trechsel (1488), Michael Tobiä aus Pyrmont (1488), Lazarus David Großhofer (1489), Peter Martin (1489), Johann Schmidt (Jean Faber, 1489), Johann Herrenbeck (1489), Engelhard Schults (1491), Reinhard aus Straßburg (1491), Michel aus Basel (1494 und 1495), Peter Schenck (1495 bis 1499) und Nikolaus Wolf (Lupus oder Lupi, 1497).

Unter den schließlich nach Lyon gelangten Druckern befand sich nun auch Johann Neumeister. Der Wandertrieb schien ihn zu beherrschen; er hatte sich, wie bereits erwähnt, von Basel aus von neuem auf die Wanderung begeben, auf der er zahlreichen Buchhändlern, welche ihre Preßerzeugnisse vorteilhaft verkauften, begegnete. Im Verlauf dieses Herumschweifens machte er in Albi einen längern Halt. Hier, in einer reichen Stadt, dem Sitze eines Bischofs und mehrerer Schulen, schienen


Fußnoten

  1. Greiff, B., Tagebuch des Lukas Rem aus den Jahren 1494–1541. Ein Beitrag zur Handelsgeschichte der Stadt Augsburg. Im 26. Jahresbericht des historischen Kreisvereins Schwaben und Neuburg. Augsburg 1861. S. 6 u. 82.


Empfohlene Zitierweise:
Friedrich Kapp: Geschichte des Deutschen Buchhandels Band 1. Verlag des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, Leipzig 1886, Seite 201. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_des_Dt_Buchhandels_1_03.djvu/022&oldid=- (Version vom 1.8.2018)