Seite:Geschichte des Dt Buchhandels 1 05.djvu/037

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große Birckmannsche Geschäft; das von dem Begründer desselben, Franz Birckmann, erwählte Signet, eine Henne, hatte der Straße geradezu den Namen gegeben. In Nr. 5 derselben Straße, dem Hause „Zum Halsbein“ genannt, hatte die Cholinische Buchhandlung und Druckerei von 1555 bis 1635 ihr Lager und ihre Offizin. Nr. 9, „Zum Hammerstein“, bildete bis 1609 zwei Häuser, deren anderes die „Brothalle“ hieß; von da ab wurde es unter dem gemeinschaftlichen Namen „Brothalle“ von den Buchhändlerfamilien Mylius und Hierat teils als Mietern, teils als Eigentümern benutzt. Nr. 11, „Zum Greifen“, war 1613 von Anton Hierat als Familiensitz angekauft worden und diente noch im vorigen Jahrhundert dem Buchhandel. Nr. 13 und 15 hießen „Zum Einhorn“; ursprünglich zusammengehörig und nur ein großes Haus bildend, trennten sie sich um die Mitte des 16. Jahrhunderts in zwei selbständige Wohnungen, von denen die nach der Hochstraße hin gelegene sich den Namen „Zum alten Einhorn“ (sub Monocerote veteri) beilegte. Diese Nr. 13 ist seit dem ältesten Gymnicus, von 1529 bis auf den heutigen Tag, unausgesetzt der Sitz von Buchhändlern und Buchdruckern geblieben. Nr. 17, „Zur Isenburg“, später „Im Rosenkranz“, war noch im vorigen Jahrhundert im Besitz der Buchhändler Putz und Gottschalk Langen, während das angesichts der Fettenhennenstraße liegende, jetzt zur Hochstraße Nr. 149 zählende „Haus Rom“ an der hohen Schmiede, auch lange Zeit Glieder der Familie Gymnicus als Bewohner hatte. Fettenhennen behauptete sich als Mittelpunkt des buchhändlerischen Verkehrs in Köln, solange dieser blühte, also bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts.

Naturgemäß traten zunächst die Buchdrucker mit ihren in die Augen fallenden Leistungen in den Vordergrund, die Buchhändler und ihre Beteiligung am Verlage dagegen sehr zurück; sie werden anfänglich sogar auf ihren eigenen Verlagsartikeln nur selten genannt. Das Druckereigeschäft galt eben als das vornehmere, weil es das schwierigere und anscheinend auch das gewinnbringendere war. So wird selbst Anton Koberger stets nur als Buchdrucker erwähnt, obschon er später dies Gewerbe ganz aufgab und von Anfang an auch in Nürnberg einen offenen Buchladen für eigene und fremde Verlagswerke hielt, die nicht auf Lager befindlichen Bücher, z. B. die Aldinischen Drucke, verschrieb. Ganz ähnlich verhielt es sich in Basel; auch Froben (durch Wolfgang Lachner) und

Empfohlene Zitierweise:
Friedrich Kapp: Geschichte des Deutschen Buchhandels Band 1. Verlag des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, Leipzig 1886, Seite 299. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_des_Dt_Buchhandels_1_05.djvu/037&oldid=- (Version vom 1.8.2018)