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demselben Jahrhundert fünfzehnmal aufgelegt. Vom „Speculum Vitae humanae“ des spanischen Bischofs Roderich von Arevalo wurden von 1468 bis 1500 15 Auflagen, und zwar 6 in Frankreich, 5 in Deutschland und 4 in Italien, gedruckt. Außerdem erschienen 7 Übersetzungen ins Italienische, Französische und Spanische. Hain zählt 43 Auflagen der „Sermones aurei de Sanctis“ auf, welche von verschiedenen Firmen gedruckt wurden. Anton Koberger verlegte von 1475 bis 1497 13 Folioausgaben der lateinischen Bibel, daneben noch eine deutsche. Außer ihm aber gab es gleichzeitig kaum einen großen deutschen Verleger, welcher nicht auch seine Bibel gebracht hätte. Man schätzt die Zahl der bis 1500 von ihr veranstalteten Ausgaben in runder Summe auf 100. Allerdings muß man formell die Auflage wohl von der Ausgabe unterscheiden; indessen kommt für den hier versuchten Nachweis, daß populäre Bücher stark gekauft wurden, dieser Unterschied kaum in Betracht. Es drängt sich von selbst die Annahme auf, daß auch die Auflagen so leicht verkäuflicher Artikel nicht klein gewesen sein mögen.

Einen, wenn auch nicht so großen, doch immerhin reichen Gewinn bringenden Absatz fanden manche weltliche Bücher, wie z. B. die den Wallfahrtsorten der Christenheit gewidmeten Pilgerschriften und Reisebeschreibungen. So das Werk des mainzer Domdechanten Bernhard von Breidenbach über seinen Besuch des Heiligen Landes, welches ursprünglich lateinisch geschrieben war. Ins Deutsche, Italienische, Französische und Spanische übersetzt, wurde es von 1486 bis 1500 in 12 Auflagen gedruckt, bis 1520 noch in 3 und bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts noch in 19 italienischen Auflagen. Die Palästina-Reise des Hans Tucher aus Nürnberg erschien von 1479 bis 1488 in 11 Auflagen. Das 1481 in Nürnberg gedruckte „Rom-Fahrt-Büchlein“ (ein Führer für Rom) kam in 2 Auflagen ohne Ortsangabe und in je einer in München und Nürnberg und fortan in Rom heraus. Im Jahre 1500 erlebte es sogar 8 verschiedene, im ganzen aber bis 1500 nicht weniger als 14 Auflagen und außerdem 1512 bis 1518 noch 2 in Rom.

Des größten Absatzes aber erfreute sich namentlich schon im 15. Jahrhundert die juristische populäre Litteratur. Das römische Recht war ziemlich zu derselben Zeit in Deutschland eingedrungen, als sich die Buchdruckerkunst in Europa ausbreitete. Die Unbekanntschaft der deutschen Juristen mit der Theorie und Praxis des fremden Rechts rief in

Empfohlene Zitierweise:
Friedrich Kapp: Geschichte des Deutschen Buchhandels Band 1. Verlag des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, Leipzig 1886, Seite 327. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_des_Dt_Buchhandels_1_05.djvu/065&oldid=- (Version vom 1.8.2018)