Seite:Geschichte des Dt Buchhandels 1 08.djvu/040

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

er ermahne nun alle Buchhändler, bevor sie Bücher von andern kauften, diesen Index zunächst zu Rate zu ziehen, um nicht aus Unkenntnis zu ihrem Schaden schädliche Bücher zu verbreiten.

Erst später, während der Fettmilchschen Unruhen, gelang es dem Kurfürsten Johann Schweickard von Mainz, diesen mainzer katholischen Meßkatalog nach Frankfurt zu verpflanzen. Ein in der Bibliothek des Börsenvereins vorhandenes Exemplar[1] datiert von 1615. Später scheinen die katholischen Meßkataloge nach München übergesiedelt zu sein, wo bestimmt von 1625 an ein „Catalogus universalis catholicus“ erschienen ist.[2]

In der Herbstmesse 1616 und in der Fastenmesse 1617 gab außerdem auch der Notar Heinrich Kröner einen Meßkatalog in Frankfurt heraus. Kröner, der wohl nebenbei mit Büchern handelte, hatte schon in der Herbstmesse 1611 ein Bücherverzeichnis herausgegeben.[3] Jetzt hatte er sich „per sub- et obreptionem“, wie es in einem frankfurter Ratsprotokoll heißt[4], ein kaiserliches Privilegium verschafft; sein Unternehmen wurde jedoch, als dem Rate präjudizierlich, unterdrückt. Jedenfalls ist auch dieses schnell scheiternde Unternehmen als ein Glied in der Kette der Versuche zu betrachten, welche dem Rate jeden Einfluß auf die Herausgabe des Meßkatalogs aus der Hand zu winden bezweckten.

Mit dem Jahre 1618 beginnt dann die Reihe derjenigen frankfurter Meßkataloge, die bis zum Jahre 1749 bei Sigismund Latomus und dessen Nachfolgern mit kaiserlichem Privilegium erschienen. Wie schon früher in einzelnen Fällen, wiederholt sich nun häufiger die Erscheinung, daß Meßkataloge „mit Firma“ der ausgebenden, im Besitz einer großen Partie befindlichen Handlung erschienen, wie das ja bis zum heutigen Tag bei manchen Publikationen häufig vorkommt. Einer der ersten Latomusschen Meßkataloge, der von der Fastenmesse 1625, bietet die besondere Erscheinung, daß neben der in sich vollständigen, aus Bogen A-E bestehenden und mit „Finis“ schließenden Ausgabe noch eine andere existiert, welcher ein Bogen F angefügt ist mit der Überschrift: „Catalogi librorum appendix. Hoc est. Consignatio illorum librorum, quí cùm ex nundinis Francofurtensibus vernalibus 1625. peregréque aliunde comparati sint, quamvis Catalogo certas quasi ob caussas non inserti, venales nihilominus reperiuntur. Anhang des Franckfortischen Catalogi: Darinnen diejenigen Bücher, welche in verschienener Fastenmeß 1625. zu Franckfort vnd sonsten von andern


Fußnoten

  1. Index autumnalis librorum (u. s. f. wie vorstehend, bis tractantium). Qui a tempore vernali usque ad hoc autumnale, Anni Christi 1615 undecumque vel omninò novi. vel denuò forma seu loco à prioribus editionibus diversi, vel accesione aliqua locupletiores prodierunt: ad commodum Reipub. Christianae, et plerarumque Provinciarum utilitatem confectus. Mandato speciali Superiorum. Impressus Francoforti apud Wolffgangum Richterum. M.DC.XV. 19 Bl. 4.
  2. Schwetschke a. a. O. S. XIX.
  3. Catalogus. Hoc est designatio omnium librorum qui hisce nundinis et sequentibus in nova Officina Henrici Krôneri prostabunt. (4 Seiten 4. In der Bibliothek des Börsenvereins der deutschen Buchhändler.)
  4. Schwetschke a. a. O. S. XX, Anm. 23.


Empfohlene Zitierweise:
Friedrich Kapp: Geschichte des Deutschen Buchhandels Band 1. Verlag des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, Leipzig 1886, Seite 487. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_des_Dt_Buchhandels_1_08.djvu/040&oldid=- (Version vom 1.8.2018)