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Plantin wiederum im Wagen bis Köln und von da zu Wasser; bei seiner Rückkehr fuhr er ebenfalls den Rhein hinunter, ritt aber von Köln über Lüttich nach Antwerpen. Diesmal hatte er in Frankfurt 9 Gulden 4 ½ Sous für die Mahlzeiten zu entrichten. Von 1571 bis 1576 begab sich Johann Moretus ohne seinen Herrn nach Frankfurt, nur im Jahre 1574 von Franz Rapheleng begleitet. Die Herbstmesse 1577 besuchte dann wieder Plantin selbst, und zwar allein, während 1579 und 1580 der Gehilfe Peter van Tongheren ganz allein nach Frankfurt ging. Später, 1586, wurde der letztere einmal, als er zur Fastenmesse reiste, von Soldaten beraubt und gefangen genommen.

Seine Meßgüter schickte Plantin gewöhnlich an seinen Kollegen Maternus Cholin in Köln, welcher sie den Rhein hinauf zu spedieren hatte. Zur Fastenmesse des Jahres 1579 gingen z. B. sechs Fässer mit Büchern nach Frankfurt, enthaltend 67 verschiedene Werke in zusammen 5212 Exemplaren. Natürlich sind darunter die Neuigkeiten am stärksten vertreten, so 500: „Sommaire annotation des choses plvs memorables aduenues es XVII. provinces du païs bas“, 200: „Goltzii Thesaurus rei antiquariae“, 200: „Jani Lernutii carmina“, 130: „Poemata Francisci Haemi“, 121: „Bizari Senatus populique genuensis historia“, 140: „Numismata Occonis“, 90: Pasino, „L’architecture de guerre“, 160: „Aitsingeri Pentaplus regnorum mundi“, 175: „Cantiques de Navières“ u. s. w. Der Absatz betrug 1809 Gulden, eingekauft wurde für 1625 Gulden, an Zahlungen eingenommen 1831 Gulden und selbst gezahlt 1644 Gulden. Nach Beendigung der Messe blieb nunmehr in der frankfurter Niederlage ein Lagerbestand von 240 Werken in insgesamt 11617 Exemplaren in Kisten verschlossen zurück. Der Geschäftsabschluß ergab dabei, daß von der „Sommaire annotation“ 75 Exemplare verkauft waren, von „Goltzii Thesaurus“ 98, von „Lernutii“ 25, von „Haemi poemata“ 101, von „Bizarus“ 16, von „Numismata Occonis“ 24, von Pasino’s „Architecture“ 20, von „Aitsingeri Pentaplus“ nur 2 und von den „Cantiques de Navières“ 20.

Neben seinem eigenen an sich schon so umfangreichen Verlage vertrieb Plantin aber auf der Messe noch kommissionsweise den des berühmten Kupferstechers Hubert Goltzius, außerdem Karten, Kupferstiche (schwarz und gemalt), Bilder auf Leinwand gedruckt, selbst Globen von Gemma Frisius. Bezüglich des erstern besagt das Hauptbuch: „Le 11 jour

Empfohlene Zitierweise:
Friedrich Kapp: Geschichte des Deutschen Buchhandels Band 1. Verlag des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, Leipzig 1886, Seite 506. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_des_Dt_Buchhandels_1_08.djvu/059&oldid=- (Version vom 1.8.2018)