Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/207

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Rangstreit in solche Uneinigkeit gerathen, daß sie einander aufs äußerste hassen. Herr Lampert soll alle Mühe gehabt haben sie zu vergleichen, welches endlich durch das Loos geschehen ist, wodurch der Cantor den Vorgang erhalten hat. Nachdem die erste Session der Akademie geendiget war, verwandelte sich die Scene, und die gelehrten Akademisten wurden Musikanten, wir hielten einen kleinen Ball. Doch die Uneinigkeit unsrer Bande verursachte manchen Uebellaut in der Musik. Der Schulmeister von Dürenstein wollte sich durchaus nicht bereden lassen, ein musikalisches Instrument anzugreifen, wenn der Cantor von Schönthal die erste Violine strich, aber der Befehl unsers Oncles der mit verschiedenen Drohungen vergesellschaftet war, brachte ihn bald zu einer andern Entschließung. Der Oncle eröffnete den Ball mit dem Fräulein v. W. und beobachtete die Anständigkeit gegen sie, die er den ganzen Tag hatte blicken lassen. Doch so viel Macht hatte er nicht, daß er alle fürchterlichen

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 205. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/207&oldid=- (Version vom 1.8.2018)