Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/237

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Ich wende mich von diesem Buche zur Schulwohnung, welche nicht mit abgebrannt, und das älteste Haus im Dorfe ist, so voller Antiquitäten steckt daß das ganze Gebäude als ein Ueberbleibsel aus dem Alterthum angesehen werden kann, besonders da seit Menschengedenken nichts daran ist gebauet und gebessert worden, daß zu besorgen ist, es werde einmal unversehens über Haufen fallen, und die Hoffnungsvolle liebe Schuljugend, nebst allen übrigen Menschen und Vieh, so darinne sind, lebendig begraben. In diesem Schulhause ist noch bei Lebzeiten meines Vaters eine gebrochene Thür gewesen, welche die Eigenschaft an sich gehabt, daß sich an solcher eine Art von Gespenstern frühe am Neujahrstage, wenn zum erstenmal in die Kirche geläutet worden, in Gestalt der Personen, welche das Jahr über gestorben sind, haben blicken lassen, welche über die untere Hälfte der Thür hinein in das Haus gesehen haben, und alsbald darauf verschwunden sind. Hieraus haben die Schulmeister sogleich, einen

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 235. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/237&oldid=- (Version vom 1.8.2018)