Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/256

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Ich sehe dahero gar nicht ein, aus was für einem Grunde Sie eine Belohnung verlangen, wie der Erzvater Jacob; Sie haben mir meine Rahel noch lange nicht abverdienet und werden sie auch ihr Tage nicht verdienen. Nehmen Sie nicht übel, daß ich dieses rund heraus sage, ich bin nicht fähig mich zu verstellen, ich rede so wie ich es meine. Zwar kann ich nicht umhin, die christliche Absicht die Sie gegen meine Tochter hegen, mit Danke zu erkennen, und ich wollte wünschen, daß ich mich im Stande sähe, Ihnen zu willfahren; allein da Sie jetzt noch keine Versorgung haben, denn was Ihren Vorschlag betrifft, sich mir substituiren zu lassen, so heißt es damit, wie gebethen, abgeschlagen; da auch über dieses meine Tochter zu Ihnen keine besondere Neigung spühret, ob sie Sie gleich übrigens in Ihren Würden läßt; hiernächst sehr gefährlich scheinet, wenn ich einem Menschen mein Kind anvertrauen wollte, der die gefährlichsten und irrigsten Grundsätze heget, wodurch ein schwaches

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 254. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/256&oldid=- (Version vom 1.8.2018)