Seite:Grandison der Zweite 3.pdf/5

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daß die Fehler des einen, dem andern nicht zugerechnet werden; so kann ich mit mehrerem Rechte verlangen, daß man einen Unterschied unter dem Magister und dem Menschen mache. Hat der letztere aus menschlicher Schwachheit, oder genauer zu reden, aus Klugheit ein größeres Uebel, das seiner Ehre eben so sehr als seinen Schultern drohete, abzuwenden, ein kleineres angerichtet, so hat der Magister nichts damit zu schaffen. Urtheilen sie hieraus, ob mein Herr Principal nicht zu weit gehet, wenn er einen ehrvergessenen Mammelucken aus mir machen will, weil ich nach den Regeln der Klugheit einmal anders gehandelt als gedacht habe. Ich hoffe aus England, wohin ich appelliret habe, ein günstiger Urtheil zu erhalten als von meinem Patron, welcher so sehr für die Ehre seines Herrn Gevatters eingenommen ist, daß er mich aus der Zahl der rühmlichen Nachfolger dieses großen Mannes gänzlich ausschließen will, ungeachtet ich nach allen Regeln der Beredsamkeit ihn

Empfohlene Zitierweise:
Johann Karl August Musäus: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N *** in Briefen entworfen. Band 3. Michael Gottlieb Griesbach, Eisenach 1762, Seite 3. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Grandison_der_Zweite_3.pdf/5&oldid=- (Version vom 1.8.2018)