Seite:Hartung Geheimbuch eines deutschen Handelshauses.djvu/32

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geleistet wurden und dann ebenfalls am Gewinn vollen Anteil hatten. Derartige Fürlegungen erreichten nicht selten eine im Vergleich mit dem sogenannten Hauptgut nicht unbeträchtliche Höhe. So kamen 1533 auf ein Hauptgut von 90 815 fl. Fürlegungen von 15 369 fl., 1541 betrug das Hauptgut 329 404 fl., die Fürlegung 38 148 fl., 1553 das erstere 154 003 fl., die letztere 50 098 fl., 1555 sind die Zahlen 146 246 fl. und 21 666 fl. In der bereits erwähnten Abmachung von 1557 einigten sich die vier Geschäftsinhaber dahin, in Zukunft weder selbst etwas fürzulegen, noch ihren Dienern dies zu gestatten[1].

Ueber den Geschäftsgewinn während der vorliegenden Periode giebt die folgende Tabelle weiteren Aufschluss[2].

Tabelle V.
Abrechnungsperiode Betriebskapital
mit Gewinnanteil
Gesamtgewinn Jahres-
durchschnitt
fl. Proz. Proz.
1. 9. 1531 – 1. 9. 1533 106 184[3] 061 ½ 30,75
1. 9. 1541 – 1. 9. 1543[4] 339 527 024,0 12,00
1. 9. 1543 – 1. 9. 1545 301 371 029,0 14,50
1. 9. 1545 – 1. 9. 1547 365 730 026,0 13,00
1. 9. 1547 – 1. 9. 1549 367 548 033,0 16,50
1. 9. 1549 – 1. 9. 1551 329 404 026,0 13,00
1. 9. 1551 – 1. 11. 1553 351 732 027,0 12,46
1. 11. 1553 – 1. 1. 1555 154 003 028,0 12,90
1. 1. 1555 – 1. 1. 1557 146 264 021,1 10,55
1. 1. 1557 – 1. 1. 1560 140 246 119,0 39,70
1. 1. 1560 – 1. 1. 1561 243 691 010,0 10,00
1. 1. 1561 – 1. 1. 1562 262 411 ? ?

  1. …dass wir forthan weder uns selbst noch unser Diener keinem nichts weiteres von dem Handel … fürlegen wollen.
  2. Die folgenden Zahlen sind bereits von Ehrenberg, Fugger I, 228 und 232 mitgeteilt. Doch finden sich dort einige Versehen, auch wird bei der Berechnung des Jahresdurchschnitts die Verschiebung des Abrechnungstermines nicht berücksichtigt.
  3. Ehrenberg setzt hier 90 815 fl. ohne Berücksichtigung der Zuzahlungen mit Gewinnanteil; 106 184 fl. werden im Geheimbuche selbst gelegentlich der Abrechnung 1533 als gewinnberechtigtes Kapital genannt.
  4. Ehrenberg, Fugger I, 229, bezieht die Abrechnung von 1543 auf den Zeitraum von 1535–1543 und gelangt so zur Annahme eines acht [68] Jahre hindurch erzielten Gewinnes von jährlich noch nicht 3 %. Die Zusammenstellungen des Geheimbuches zu diesem Jahre enthalten aber an verschiedenen Stellen den direkten Hinweis darauf, dass sich die Abrechnung von 1543 auf die letzten zwei Jahre bezieht. Eine eigentliche Abrechnung für 1535 ist nicht vorhanden.