Seite:Hermann von Bezzel - Die sieben Sendschreiben.pdf/60

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

schwarze schuldig. Schwarz bedeutet die Todesschuld, weiß bedeutet die Gabe der Freiheit. Wenn wir weiß ziehen, werden wir sein wie die Träumenden; dann werden wir sagen: es war nicht der Rede wert, was wir an Leiden ertragen haben und wofür wir das freisprechende und erlösende Wort empfangen: „Gehe ein zu deines Herrn Freude!“[1] Auf dem Stein steht nicht bloß „Frei von Sünden“, sondern auch der im Himmel angeschriebene neue Name. Welcher Name wird das bei uns sein? Es wird ein Name sein für jede einzelne Seele nach ihren Charaktereigenschaften. Wir werden droben einen neuen Namen haben, damit der Anklang an die alten Sünden fernbleibe und der Feind an uns vorübergeht, wie im Volke Israel manchmal dem Sterbenden ein anderer Name ins Ohr gerufen wurde, damit der Todesengel an diesem neuen Namen vorübergehe. Wenn der Tod kommt und fragt: Woher kommst du und wer bist du?, so kann ein solcher Ueberwinder sagen: Ich habe einen neuen Namen, den du nimmer kennst; ich bin ein Gefreiter und Erlöster Jesu Christi, meines Herrn. Solche Gaben will der Herr seiner Gemeinde geben, einen Namen, der nie auf Erden erklang, aber im Himmel nimmer verklingen wird, und eine Speise, die die Erde nimmer bietet, aber die im Himmel täglich gepriesen wird. Darum, wenn so viel Schweres kommt, so wollen wir uns damit trösten: „Er weiß, wie oft ein Christe wein’ und was sein Sehnen sei.“[2] Er weiß auch unsere Lieblingssünde, unsere Lieblingsschwachheiten, unser Verderben, er kennt alles. Wer aber überwindet das, was ihm von dem Feind und der Welt zuwiderläuft, der bekommt zum Kampf die neue Kraft aus dem Manna des Gotteswortes,

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Mt. 25,21.
  2. Vgl. EG 324,11.