Seite:Herzl Philosophische Erzaehlungen.djvu/154

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

„Es gibt keinen, weil ich keinen Dank erwarte. Tritt ein Neuer herein, so denk’ ich bei mir: Willkommen, Undankbarer!“

Excellenz bemerkte schneidend: „Er ist ein Altruist!“

Und Wilhelm endete gelassen: „So hat auch mein Leben Güter in dem, was mich ausfüllt. Es ist der Gedanke an die Zukunft. Wahrlich, es ist Frühling darin. Auch der Gedanke an meinen eigenen Vorübergang wird dadurch alles Schmerzlichen entledigt. Und schon bin ich ein Bürger dieser Zukunft, weil ich für sie wirke. Hat nicht er selbst, der große Pessimist, sich immer an seine kommende Gemeinde gewendet? Auch er glaubte also über die Verneinung hinweg an das Zukünftige. Dieses ist das Einzige, wovon man nicht enttäuscht wird.“

Der Advokat ergänzte: „Weil man es nie erreicht.“

Empfohlene Zitierweise:
Theodor Herzl: Philosophische Erzählungen. Gebrüder Paetel, Berlin 1900, Seite 149. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Herzl_Philosophische_Erzaehlungen.djvu/154&oldid=3329565 (Version vom 1.8.2018)