Seite:Hoffmann Fantasiestücke in Callots Manier Bd.1 1819.pdf/176

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Sinn für das Poetische. – So wirst Du z. B. ohne Zweifel unser heutiges Gespräch aufschreiben und drucken lassen, weshalb ich mich denn bemühen will, meine beste Seite herauszukehren und so schön zu sprechen, als es mir nur möglich ist. – Allein, mein Freund – glaub’ es – ein Hund von Erfahrung spricht mit Dir! – Dein Blut fließt zu heiß durch die Adern, Deine Fantasie zerbricht im Muthwillen oft magische Kreise und wirft Dich unbereitet und ohne Waffe und Wehr in ein Reich, dessen feindliche Geister Dich einmal vernichten können. Fühlst Du das, so trinke weniger Wein, und um Dich mit dem Neunzehntel, das Dich für unklug hält, auszusöhnen, so schreibe über den Arbeitstisch, über die Stubenthüre, oder wo Du es sonst noch anzubringen vermagst, des Pater Franziskaners goldne Regel hin, nach der man die Welt gehen lassen, wie sie geht, und von dem Herrn Pater Prior nichts als Gutes reden muß! – Aber sage mir, mein Freund! hast Du nichts bei Dir, womit ich den starken Appetit, der sich eben bei mir plötzlich aufregt, nur einigermaßen zum Schweigen bringen könnte?“

Ich besann mich auf ein Butterbrot, das ich zum einsamen Morgenspaziergang mitgenommen und nicht verzehrt hatte, und fand es noch eingewickelt in der Tasche.