Seite:Isidors Geschichte der Gothen, Vandalen, Sueven.pdf/30

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den Thron gelangt war, schickte er Gesandte an den Kaiser Leo. Ungesäumt greift er mit Ungestüm Lusitanien an. Dann sendet er ein anderes Heer aus, welches Pampilona und Caesaraugusta[1] nimmt, und so bringt er auch das obere Spanien in seine Gewalt. Auch den Adel der Tarraconensischen Provinz,[2] der sich ihm widersetzt hatte, vernichtete er auf einem Heereszug. Dann kehrte er nach Gallien zurück und eroberte Arelate und Massilia,[3] die fortan beide zu seinem Reiche gehörten.

35. Als eines Tages die Gothen mit ihm im Gespräch standen, sah er die Lanzen, die sie alle in Händen hielten, an dem Eisen statt in ihrer natürlichen Farbe in Grün, Rosenfarbig, Gelb oder Schwarz erglänzen. – Unter diesem Königen fingen die Gothen an, ihre Gesetze schriftlich aufzuzeichnen, die bis dahin nur durch Sitte und Gewohnheit festgestanden hatten. Der König Eurich starb zu Arelate eines natürlichen Todes.

36. Im 10. Jahre der Herrschaft Zenos (Z. Isauricus 474–491) wurde nach dem Tode Eurichs sein Sohn Alarich (II. 484–507) in der Stadt Tolosa[4] zum König der Gothen ausgerufen. Er regierte 23 Jahre. Gegen ihn zog Fludujus (Chlodwig), der König der Franken aus, welcher nach der Herrschaft über ganz Gallien strebte, unterstützt von den Burgunden. Derselbe schlug die gothischen Heere, besiegte schließlich Alarich bei Pistacium (Poitiers) und tödtete ihn. Als aber Theoderich (der Große), der König von Italien, den Tod seines Schwiegersohnes erfahren hatte, brach er sofort nach Gallien auf, brachte die Franken zum Weichen und brachte den Theil des Reiches, den die feindlichen

  1. Pampeluna und Zaragoza.
  2. Aragon.
  3. Marseille.
  4. Toulouse.