Seite:Isidors Geschichte der Gothen, Vandalen, Sueven.pdf/66

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Volkes nicht zerstören, sondern nur die Götzenbilder in denselben; dann soll man diese Tempel mit Weihwasser besprengen, Altäre errichten und Reliquien dort niederlegen; denn wenn diese Tempel gut gebaut sind, so können sie ganz wohl aus einer Stätte der Dämonen zu Häusern des wahren Gottes umgewandelt werden, so daß, wenn das Volk selbst seine Tempel nicht zerstört sieht, es von Herzen seinen Irrthum ablegt, den wahren Gott anerkennt und anbetet und sich an den gewohnten Orten nach alter Sitte einfindet. Und weil sie viele Ochsen zu Ehren der Dämonen zu schlachten gewöhnt sind, soll auch dies in eine Art Fest verwandelt werden: am Tage der Weihe oder an den Geburtstagen der heiligen Märtyrer, deren Gebeine dort ruhen, sollen sie um die Kirchen herum, die aus jenen Tempeln entstanden sind, Hütten aus Zweigen bauen und ein kirchliches Fest begehen. Dann opfern sie nicht mehr dem Teufel die Ochsen, sondern tödten die Thiere bei ihrem Schmause Gott zu Ehren, denn wenn ihnen äußerlich einige Freuden zugestanden werden, so werden sie sich zu den innerlichen Freuden leichter gewöhnen. Unmöglich darf man nämlich harten Gemüthern alles auf einmal abschneiden, weil auch derjenige, welcher zum höchsten Gipfel aufsteigen will, stufen- oder schrittweise, nicht sprungweise, sich emporarbeitet[1]....

(31. Augustin, der einige Wunder gethan hat, wird von Gregor zur Demuth ermahnt und erinnert, jene nicht sich, sondern Gott allein zuzuschreiben. 32. König Aedilbercht wird durch ein Handschreiben Gregors geehrt).

33. Sobald Augustin in der Königsstadt, wie wir schon erzählt haben, seinen Bischofssitz empfangen hatte, nahm er mit Einwilligung des Königs die Kirche, welche dort als

  1. Die weitere Ausführung ist unwesentlich.