Seite:Johann Nikolaus Schwendlers zuverlässiger Bericht von der gegenwärtigen Verfassung der Universität Marburg.pdf/17

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davon haben bisher fast alle gelehrte Zeitungen Meldungen gethan. Es würde mir selbst als ein lächerlicher Uberfluß fürkommen, wenn ich jemanden, der in die gelehrte Geschichte unserer Zeit auch nur einen einzigen Blick gethan, geschweige dann Eurer Excellenz, von den Verdiensten dieses Mannes hier viel erzehlen wolte, nachdem in dem Teutschen Reiche und in den Niederlanden fast keine protestantische Universität, wo er seit 15. Jahren her nicht wäre hin verlangt worden, mehr übrig, und seiner so wohl aufgenommenen Schriften eine solche Menge vorhanden ist, daß ich einen grossen Raum von diesem Schreiben brauchen würde, wenn ich dessen Wercke und Disputationes hier anführen wolte. Eure Excellenz haben zwar selbst mehrmals sich vernehmen lassen, wie Dieselben in seinen Abhandlungen ausser dem Gründlichen auch das Deutliche in einem hohen Grad fänden: allein ich kan auch überdies unterthänig versichern, daß diese ausserordentliche Gabe sich in seinem mündlichen Fürtrag noch mehr äussere. Man kan mit Recht von ihm sagen, daß er zu einem Professor gebohren sey. Denn man sieht und hört es gar deutlich, daß es wahr sey, wenn er sagt: Die Collegien sind meine Vergnügungs-Stunden. Er weiß auch vom Aussetzen der Lectionen nichts, ohne daß es die höchste Noth erforderte. Er vermag die Aufmercksamkeit seiner Zuhörer auf auf eine scharfsinnige, aufgeweckte und dabey so schicklich als edelmüthige Art dermassen zu unterhalten, daß ihnen sämmtlich die Stunde, die er doch mit dem Schlag anfängt, und