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große Vorräthe an Wein und an Oel und außerdem alle Arten von Hülsenfrüchten und Datteln. 297 Alles dies fand Eleazar, als er sich der Festung mit seinen Sicariern durch einen Handstreich bemächtigte, in einem noch ganz frischen Zustande vor, der sich in gar nichts von eben eingeheimsten Producten unterschied, obwohl seit ihrer Einlagerung bis zur Eroberung von Masada durch die Römer ein Zeitraum von fast hundert Jahren verstrichen war. Auch die Römer konnten sich von der Unversehrtheit der noch vorfindlichen Feldfrüchte überzeugen. 298 Man dürfte nicht fehlgehen mit der Annahme, dass der Grund für diese Widerstandsfähigkeit in der durch die hohe Lage des Gipfels bedingten Reinheit der Luft, die mit keinerlei erdartigen und trüben Dunstschichten versetzt ist, zu suchen sei. 299 Man fand auch eine Unmasse der verschiedenartigsten Waffen, die der König hier hinterlegt hatte, und mit denen man ganz gut 10.000 Mann hätte ausrüsten können, außerdem noch rohes Eisen, Erz und sogar Blei, lauter Rüstungen, die ihre besonders guten Gründe hatten. 300 Man erzählt sich nämlich, dass Herodes im Sinne hatte, diesen Platz zu einer Zufluchtsstätte für seine Person einzurichten, weil er früher eine doppelte Gefahr zu besorgen hatte: die eine von Seite der jüdischen Nation, die ihn möglicherweise vom Throne stürzen und dafür der alten Dynastie vor ihm wieder zur Herrschaft verhelfen konnte; die größte und schlimmste Gefahr aber kam ihm von der ägyptischen Königin Kleopatra, 301 die sich nicht einmal die Mühe gab, ihre Pläne zu verbergen, sondern ganz offen und zwar wiederholt an den Antonius die Forderung, beziehungsweise Bitte, richtete, den Herodes aus dem Wege zu räumen und ihr das Königreich Judäa zu überlassen. 302 Und es war in der That schon der eine Umstand, dass der in ihre Netze bereits so arg verstrickte Mann nicht längst ihrem Machtgebot sich gefügt hatte, weit auffallender, als das Gegentheil, gar nicht davon zu reden, dass überhaupt eine bestimmte Abweisung der Königin hätte erhofft werden können. 303 Indem nun Herodes, einzig von diesen Bedenken geleitet, die Befestigungen von Masada anlegte, sollte er damit, ohne es zu ahnen, den Römern die letzte Plage im Kampfe mit den Juden auferlegen.

304 (5.) Nachdem der römische Feldherr bereits den ganzen Platz, wie wir vorher erwähnt haben, durch die äußere Umwallung abgesperrt und gegen einen etwaigen Fluchtausbruch die peinlichste Vorsorge getroffen hatte, nahm er die eigentliche Belagerungsarbeit in Angriff. Nur einen einzigen Punkt hatte er gefunden, der die Anlage von Dämmen gestattete. 305 Er befand sich hinter dem Thurme, der den westlichen zum Schlosse und von da zur Bergspitze führenden Weg durchschnitt, und ward von einem Felsenrücken gebildet, der bei einer

Empfohlene Zitierweise:
Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 523. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/523&oldid=- (Version vom 1.8.2018)