Seite:Karl Woermann Katalog der Gemäldegalerie Dresden 1887.pdf/314

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Männliches Bildniss. 848. (1903.) 21 a.

Halbfigur nach rechts auf dunklem Grunde. Aeltlicher Herr mit ergrauendem Haupthaar und kurz geschnittenem blonden Vollbart. Schwarze Kappe, weisse Halskrause, mit braunem Pelz besetzter Mantel und grosse Fingerringe. In beiden Händen seine braunen Handschuhe.

Eichenholz; h. 0,73; br. 0,54½. – Inventar Guarienti (vor 1753) N. 232 als „Holbein il vecchio.“ Das ausgezeichnete Bild ist jedoch zweifellos niederländischen Ursprunges und steht dem Ant. Mor so nahe, dass uns die Urheberschaft dieses Meisters wahrscheinlich erscheint. So zuerst Scheibler (Dr. Not.). Sind auch frühere Bilder Mor’s, selbst noch seine Prachtbilder in der Casseler Galerie, in anderer, festerer, ruhigerer Technik gemalt, so stehen spätere Bilder seiner Hand, wie vor allen Dingen das bezeichnete Bild N. 354 des Brüsseler Museums (mit dem man auch das Berliner Bild N. 730 vergleiche) unserem Bilde doch so nahe, dass uns kaum ein Zweifel an der Urheberschaft Mor’s möglich scheint. – Phot. Ges.

Unbestimmter holländischer Meister. 1563.

Zwei kleine Mädchen. 849. (1900.) O 2.

Ganze Figuren, fast von vorn, auf dunklem Grunde. Das ältere, zur Linken, hält das jüngere an der Hand und trägt ein Hündchen im Arm; das jüngere trägt einen Korb Früchte. Dat. links in der Mitte: An° . 1563.

Eichenholz; h. 1,20; br. 0,88. – 1727 durch Leplat. Damals als „Manier Holbein’s.“ Bei H. frageweise dem Augsburger Maler Ch. Amberger (1530 Mitglied der Zunft, gest. 1561 oder 1562 in Augsburg) zugeschrieben, dessen Hand wir in dem Bilde nicht zu erkennen vermögen. Vielmehr lassen die Holzart, auf der es gemalt, die Tracht der dargestellten Kinder und die Malweise übereinstimmend einen niederländischen Meister in dem Bilde erkennen; und zwar sehen wir mit Scheibler (Dr. Not.) die Schulrichtung des A. Mor (mittlere Zeit) in der Behandlungsweise.

Cornelis Cornelisz van Haarlem.

Geb. zu Haarlem 1562, gest. daselbst den 11. November 1628. Schüler des Pieter Pietersz zu Amsterdam und des Gillis Coignet zu Antwerpen. Thätig seit 1583 in Haarlem.

Kuppelscene. 850. (1177.) Q 3.

Halbfiguren auf dunkelgraugrünem Grunde. Vorn ein Tisch. Links an demselben ein rot gekleideter Mann, welcher beide Hände an seinen Geldbeutel legt; rechts ein junger hellrot gekleideter Mann, welcher sich dem in der Mitte sitzenden Frauenzimmer in gelbem Kleide zuwendet. Bez. links oben:

Empfohlene Zitierweise:
Karl Woermann: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887). Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft, Dresden 1887, Seite 282. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Karl_Woermann_Katalog_der_Gem%C3%A4ldegalerie_Dresden_1887.pdf/314&oldid=- (Version vom 1.8.2018)