Seite:Kinder- und Haus-Märchen 1837 Band 2.djvu/145

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Thieren käme. Gegen Mitternacht zu, däuchte ihn, schimmerte ein kleines Lichtchen von weitem, da sah er durch die Aeste darauf hin, und behielt in acht wo es war. Doch nahm er erst noch seinen Hut, und warf ihn nach dem Licht zu herunter, daß er danach gehen wollte, wann er herabgestiegen wäre, als nach einem Zeichen. Nun kletterte er herunter, gieng auf seinen Hut los, setzte ihn wieder auf, und zog gerades Wegs fort. Je weiter er gieng, je größer ward das Licht, und wie er nahe dabei kam, sah er daß es ein gewaltiges Feuer war, und saßen drei Riesen dabei, und hatten einen Ochsen am Spieß, und ließen ihn braten. Nun sprach der eine „ich muß doch schmecken ob das Fleisch bald gahr ist,“ riß ein Stück herab, und wollt es eben in den Mund stecken, indem schoß es ihm der Jäger aus der Hand. „Nun ja,“ sprach der Riese, „da weht mir der Wind das Stück aus der Hand,“ und nahm sich ein anderes. Wie er eben anbeißen wollte, schoß es ihm der Jäger abermals weg; da gab der Riese dem, der neben ihm saß, eine Ohrfeige, und rief zornig „was reißt du mir mein Stück weg?“ „Ich habe es dir nicht weggerissen,“ sprach der andere „es wird dirs ein Scharfschütz weggeschossen haben.“ Der Riese nahm sich das dritte Stück, er konnte es aber nicht in der Hand behalten, der Jäger schoß es ihm heraus. Da sprachen die Riesen „das muß ein guter Schütze seyn, der den Bissen vor dem Maul wegschießen kann, so einer wär uns nützlich,“ und riefen laut „komm herbei, du Scharfschütze, setz dich ans Feuer, und iß dich satt, wir wollen dir nichts thun; aber kommst du nicht, und wir holen dich mit Gewalt,

Empfohlene Zitierweise:
Brüder Grimm: Kinder- und Haus-Märchen Band 2 (1837). Dieterich, Göttingen 1837, Seite 136. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Kinder-_und_Haus-M%C3%A4rchen_1837_Band_2.djvu/145&oldid=3336850 (Version vom 1.8.2018)