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67) Dieser Stern hatte zur Zeit des Ptolemäus eine Poldistanz von 8° 52′, war also der dem Pole nächste helle Stern, und hätte also damals den Namen Polarstern verdient.


68) Die Benennung Helice bedeutet Windung, von ἕλιξ gewunden, und ist dem grossen Bär beigelegt, weil die sieben Hauptsterne desselben eine Schlangenlinie bilden, wenn man sich das Viereck als einen nach Norden offenen Halbkreis vorstellt. Vergl. Jdeler, Sternnamen, pag. 8.


69) Ἀρϰτοφύλαξ = Custos ursae (Ovid. Trist. I. 10, 15.) = Bärenhüter, da Arctos die mythologische Benennung des grossen Bären ist. Ursprünglich war der Name Ἀρϰτοῦρος, was ebenfalls Bärenhüter bedeutet, da οὐρος = φύλαξ = Wächter. Dieser Name, Arcturus, ist später derjenige des hellsten Sternes dieses Sternbildes geworden.

Βοώτης = Bootes = Ochsentreiber, hängt mit der Vorstellung zusammen, dass Bootes den Wagen, ἄμαξα, d. h. den grossen Bären, führen sollte. Vergl. Jdeler, Sternnamen, pag. 47.


70) Der Stern µ im Hirtenstabe wird im arabisch-lateinischen Almagest und in den alphonsinischen Tafeln Incalurus, in den neueren Sternkarten richtiger Alkalurops genannt. Es ist nämlich das griechische ϰαλαῦροψ, Hirtenstab, mit vorgesetztem, arabischen Artikel. Ptolemäus hat dafür in seinem Verzeichnisse das ungewöhnlichere, in den Wörterbüchern noch fehlende χολλόροβον, das zunächst aus ϰαλαύροπον, (diese Form findet sich nämlich bei Hesychius), entstanden[WS 1] ist. Später schrieb man auch ϰαλάβροψ. Vergl. Jdeler, Sternnamen, pag. 49 u. 50.


71) Den Namen Herkules hat nach dem Zeugnisse des Avienus zuerst der Epiker Panyasis, 468 v. Chr, diesem Sternbilde beigelegt, und Eratosthenes, 272 v. Chr., gab ihm deshalb eine Keule, welche durch den Stern ω bezeichnet wird, in die Hand. Vorher hiess das Sternbild bei den Griechen Ἐν γόνασιν = der auf den Knieen liegende, und die Römer nannten dasselbe ebenfalls Engonasin, oder in Uebersetzung Nixus in genibus, Geniculatus u. s. w.


72) Bei diesem Sterne bemerkt Bode, Cl. Ptol.’s Beob. u. Beschr. d. Gestirne p. 117, „der neue Stern von 1604“. Kepler, in den mit Tycho’s und eigenen Beobachtungen verglichenen Sterncataloge, Tabulae Rudolphinae 1627 p. 108, führt diesen selben Stern, „quae in dextra tibia“, ganz so an, wie er in den Sternverzeichnissen des Ptolemäus und Copernicus bezeichnet ist, und bemerkt dabei: „caret meus“, d. h. mein Catalog enthält ihn nicht.


73) Fl. bedeutet Flamsteed, welcher in seiner Hist. coelest. Tom. III das Ptolemäische Sternverzeichniss aufgenommen, und manche Sterne, die nicht stimmten, durch Verbesserung der Fehler und durch Reduction zur Uebereinstimmung gebracht hat.


74) Buch I. Cap. II.


75) Der Anfang des ersten Hekatombäon des ersten Jahres der ersten 76jährigen Periode des Callippus fiel auf den Abend des 28sten Juni des Jahres 330 v. Chr., oder des Jahres 4384 der julianischen Periode, oder auf den Anfang des dritten Jahres der 112ten Olympiade. Die Epoche des Todes Alexanders ist für die ägyptische Zeitrechnung der alexandriner Mittag des 12ten November des Jahres 324 v. Chr., d. h. der 1ste Thoth des 425sten Jahres nach Nabonassar. — Vergl. Jdelers Untersuchungen über die astr. Beob. der Alten pag. 49. Also ist das oben im Texte bezeichnete Jahr das 294ste v. Chr. Der wirkliche Tod Alexanders ist aber wahrscheinlich den 21sten April 323 v. Chr. zu Babylon erfolgt.

Ptolemäus Almagest VII. 3. giebt das Datum obiger Beobachtung mit den Worten an: Timochares rursum Alexandriae observasse scribit trigesimo sexto primae secundum Callippum periodi Elaphebolionos die 15, tybi vero die 5 tertia hora incipiente - - - et est annus 454 a Nabonassaro, tybi secundum Aegyptios, die 5 sequente sexto ante mediam noctem horis tam temporalibus, quam aequalibus 4 proxime.

Da ein ägyptisches Jahr 365 Tage enthält, so betragen 453 ägyptische Jahre 165345 Tage
Der 1ste Tybi ist der 121ste Tag des Jahres also haben wir am 5ten Tybi 0125
dies ergiebt als Summe 165470 Tage.

nach der Epoche der Aera Nabonassars; dies sind, nach julianischer Zeitrechnung, 453 julianische Jahre und 11¾ Tage. Da nun die Epoche der Aera Nabonassars der wahre Mittag zu Alexandrien also 10n 26m Vormittags mittlerer pariser Zeit am 26. Febr. des julianischen Jahres 3967 oder 747 v. Chr. ist: so addirt man obige 453 zu 3967, und erhält 4420 als das julianische Jahr der Beobachtung, und da diese Zahl durch 4 dividirt nicht den Rest 1 giebt, so ist es kein Schaltjahr, also kommen von jenen 11¾ Tagen noch 2 Tage auf den Februar, und

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: enstanden