Seite:Kurze Topographie und Geschichte der Kreis-Stadt Rothenburg.djvu/64

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15) M. Ernst Stöcker, am 12. Januar 1610 zu Jena geboren, wo sein Vater, Jacob Stöcker, Pfarrer war, auf der Schule zu Eisleben vorbereitet, studirte seit 1628 zu Jena, wurde 1635 Feldprediger, und 1652 als Pfarrer nach Rothenburg berufen. 1654 fing er die beim Brande 1650 vernichteten Kirchenbücher wieder an, schenkte der Kirche einen Kelch, den er einst als Feldprediger von der gemachten Beute bekommen hatte, und starb unverheirathet am 23. August 1688, nachdem er 53 Jahre im geistlichen Amte gestanden hatte. Da der damalige Collator Graf von Hohberg wegen Berufung des Diaconus M. Gottfried Preuß, und einiger willkührlicher Veränderungen im Innern der Kirche mit der eingepfarrten Herrschaft von Biehain und Kaltwasser (Wolf Abraham von Gerßdorf auf Mückenhain) in Streit gerathen war: so wies die Letztere vom 2. Februar 1688 ihre Unterthanen von Biehain und Kaltwasser in die Kirche zu Ober-Horka, bis sich im October die beiden Herrschaften verglichen. Seit jener Zeit mögen beide genannte Gemeinden in der Horkaer Kirche als Gastgemeinden Stände haben. – Stöcker ist Verfasser einiger Schriften.

16) M. Gottfried Preuß war am 3. September 1657 in Breslau geboren, besuchte die Schulen seiner Vaterstadt, studirte seit 1679 in Wittenberg, wurde dort 1683 Magister, und kehrte dann nach Breslau zurück. Am 1. December 1687, als der Graf von Hohberg ihn in Breslau hatte predigen hören, berief ihn derselbe zum Diaconus nach Rothenburg, und verlieh ihm am 22. Decbr.