Seite:Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes 1900.pdf/28

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klang! – wer die Fluren je durchffogen auf dem Rad in froher Luft, – :,: Wer den Radlern wohl gewogen, singe mit aus voller Brust. :,:

2. Was von Drais erstrebt vor Jahren, zeigt sich uns vollendet heut', – Darum laßt uns ihm bewahren unsern Dank für allezeit. – So lang unser Sport bestehet in dem deutschen Vaterland, – :,: So lang noch ein Rad sich drehet, werd' sein Name fortgenannt. :,:

3. Mag der Reiter auch beschwingen mit dem Sporn des Renners Ruf, – Nimmer wird er Sieg erringen über's Roß, das Drais erschuf, – Darum preisen unsre Lieder unsern edlen Radfahrsport; – :,: Denn er stärkt des Mannes Glieder, bringt uns schnell von Ort zu Ort. :,:

4. Kommt dereinst der große Schnitter, sagt: Wohlan, jetzt ist's gethan; – Folge mir, o Stahlroßritter! Fleh ich ihn noch einmal an: – Soll ich denn von hinnen scheiden, sei zu einer Gunst bereit: – :,: Laß auf einem Tandem reiten mich mit dir zur Ewigkeit! :,:

Ludwig Gelbert.     
Nr. 35. Erste Liebe.
Mel.: Keinen Tropfen im Becher mehr.

1. Keinen Abend im Klub jetzt mehr und das Herz voll Liebe schwer sieht man einen Radler. – Angethan hat's ihm 'ne Maid, voller Lust und Seligkeit. Erste Liebe, die schönste.

2. Da verkauft der Radlersmann Zweirad, Anzug, Strümpfe dann seiner Liebe wegen. – Lebet wohl. Kameraden mein, muß ja doch geschieden sein, sprach's und that dann scheiden.

3. Doch der Präses lacht und spricht: in dem Klub da giebt es nicht einen, der da scheidet! – Laßt ihn zieh'n, er kommt zurück, wird bald sehen beim Liebesglück, was er dabei leidet.

4. Kaum ein Mond vergangen war, sah man in der Radlerschaar lustig auf dem Rade – Unsern Freund, der einst geliebt, denkt jetzt aber sehr betrübt an die Liebe, die erste.

5. Drum bleibt all' dem Rade treu, denkt nicht an die Liebelei, habt ein Bräutchcn eigen. – Ist es auch aus Stahl gebaut, dem ihr euch habt anvertraut, radelt mit ihm weiter.

Berliner Radfahr-Klub „Velocitas“.     
Nr. 36. Trinklied.
Mel.: Es ritten drei Reiter zum Thore hinaus.

1. O Freunde! nun trinket euch herzlich doch zu: All Heil! – Und laßt ja nimmer die Becher in Ruh, All Heil!