Seite:Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes 1900.pdf/36

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Nr. 49. Trainierlied.
Mel.: Die Hussiten zogen vor Naumburg.

1. Jüngling, der dem Radfahrsporte sich geweiht, hör’ meine Worte: – Glaube nicht, daß dies so leicht, daß das Ziel so schnell erreicht, wie's vielleicht dir däuchte.

2. Denn es giebt der Pflichten viele, eh’ in makellosem Style – Jedermann, wie sich’s gebührt, hin zun, Start sein Stahlroß führt, das nennt man trainieren.

3. Eh’ das Tricotkleid, das enge, sich um deinen Busen zwänge, – Hebe hoch der Singer zwei, schwöre der Gelübde drei, als gingst du in’s Kloster.

4. Schwöre ab dem Alkohole, schwöre Krieg dem Monopole, – Und vor Allem sei’s, weil’s muß, schwöre ab dem Weiberkuß und der Aphrodite.

5. Wenn du so den Leib verpfändet, glaube nicht, daß schon es endet, – Glaube nicht, die Trainerei sei mit diesem schon vorbei, nein, jetzt kann’s erst losgehn.

6. Hast du große Leibesmassen, mußt du Bitterwasser prassen, – Doch es reducirt dir auch Saint Garmain sehr gut den Bauch und hilft von dem Fette.

7. Feuchtigkeit erschlafft die Glieder, darum trinke bloß zwei Liter – Täglich, aber merk’ dabei, Flüssigkeit ist einerlei, Thee und Wassersuppe.

8. Und dieweil gar sehr thut nützen deinem Corpus vieles Schwitzen, – Nimm die Beine untern Arm, laufe dann, bis daß du warm, eine Viertelstunde.

9. Wenn du nun nach diesen Kuren ganz verwischt des Fettes Spuren, – Kannst du völlig sicher sein, wenn du sonst nur fährst recht fein, wir im Rennen siegen.

Darmstädter Bicycle-Klub.     
Dr. Gusinde.     
Nr. 50. Drais-Denkmal.
Mel.: Der Gott, der Eisen wachsen ließ.

1. Fürwahr, Herr Drais, das war ein Mann, ein echter deutscher Degen. – Sein Fahrrad, das er uns ersann, bringt uns nur Glück und Segen. – Es stählt den Muth, giebt Kraft zur That, vertreibt die bösen Grillen; – :,: Drum deutscher Mann, flugs nur auf's Rad, willst du die Sorgen stillen. :,:

2. Durcheilen wir jetzt jetzt Flur und Thal, passiren Wald und Höhen – In Stadt und Land wird überall der Radler gern gesehen. – Ja, Vater Drais, wenn auch geschmäht,