Seite:Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes 1900.pdf/42

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schelten. – Wenn sie mit gar untreu wird, wie das heute Mode, – Und mit einem andern girrt, gräm’ mich nicht zu Tode. – Lustig Blut etc.

5. Wenn der Tod beim Schopf mich faßt, sollt ihr’s nicht beweinen, – Denn ihr wißt, wie sehr verhaßt mir das Traurigscheinen. – Stimmt vielmehr an meinem Grab an die alte Weise, – Denkt, ich stieg zu euch herab, säng’ mit euch im Kreise: – Lustig Blut etc.

Berliner Radfahrer-Klub Borussia.     
Oskar Birkholz.     
Nr. 58. Velociped-Lied von 1869.
Mel.: Ein freies Leben führen wir.

1. Ein freies Leben führen wir, Velocipeden-Reiter, – Nur Oleum schluckt unser Thier und geht dann willig weiter. – Wir reiten durch die weite Welt und bleiben, wo es uns gefällt, – Die Lust ist unser Leiter, die Lust ist unser Leiter.

2. Es ist ein sonderbar Plaisir, Velocipeden-Reiten. – Man schwitzt für sich und für sein Thier, und dabei ist es eigen. – Wie willig so ein eisern Beest sich gerne läßt in jedes Nest, – :,: In jede Kneipe leiten. :,:

3. Heut kehren wir im Storchen ein, im schwarzen Bären morgen, – Für kühles Bier und guten Wein wird die Frau Wirthin sorgen. – Wir fürchten nicht, daß unser Pferd auf eignen Füßen heimwärts kehrt, – :,: Mit hungerigem Magen. :,:

4. Seht dieses Wunder-Animal hinrumpeln durch die Thore, – Hat weder Leib noch Darmkanal, nicht Aug’ und keine Ohren. – Und stellt das Thier den Lauf ’mal ein, so ist dran Schuld sein Reiterlein, – :,: Das die Balance verloren. :,:

5. Drum, lieber Reiter, rath ich dir, halt fest auf die Balance, – Es ist für dich und für dein Thier nur immer Contenance! – Und triffst du ’mal ein schön’ Gesicht, so küß es, aber stoß es nicht, – :,: Schütz stets die eigne Nase. :,:

Nr. 59. Lachende Lenzeslust.
Mel.: Wohlauf, die Luft geht frisch und rein.

1. Die Sonne lacht vom Himmelszelt, – Es lacht der gold’ne Morgen, – Es lacht die Au, das grüne Feld – Hinweg mit Gram und Sorgen! – Mich schlägt der Lenz in duft’gen Bann, – Jetzt hurtig ohne Zagen – Auf’s Rad, das gleißt und blinkt mich an, – Als wollt „Grüß Gott“ es sagen. — Valleri, vallera, als wollt „Grüß Gott“ es sagen.

2. Und lachend flieg ich meinen Pfad, – Gleichwie auf Sturmes Flügeln, – Und heissa, hussa saust das Rad – Vorbei an Thal und Hügeln, – Und treff’ ich wo ein

Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes. Adler’s Erben, Rostock 1900, Seite 35. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Liederbuch_des_Gau_19_Rostock_des_Deutschen_Radfahrer-Bundes_1900.pdf/42&oldid=- (Version vom 11.8.2020)