Seite:Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes 1900.pdf/60

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Allgemeine Commers-Lieder.


90.

1. Alles schweige! Jeder neige ernsten Tönen nun sein Ohr! – Hört, ich sing' das Lied der Lieder! Hört es, meine deutschen Brüder. – Hall' es wieder froher Chor!

2. Deutschlands Söhne, laut ertöne euer Vaterlandsgesang! – Vaterland, du Land des Ruhmes, weih' zu deines Heiligthumes – Hütern uns und unser Schwert!

3. Hab' und Leben dir zu geben sind wir allesammt bereit: – Sterben gern zu jeder Stunde, achten nicht der Todeswunde, – Wenn das Vaterland gebeut.

4. Wer's nicht fühlet, selbst nicht zielet stets nach deutscher Männer werth, – Soll nicht unsern Bund entehren, nicht bei diesem Schläger schwören, – Nicht entweih'n das deutsche Schwert.

5. Lied der Lieder, hall' es wieder: Groß und deutsch sei unser Muth! – Seht hier den geweihten Degen, thut, wie brave Bursche pflegen, – Und durchbohrt den freien Hut!

91.

1. Als die Römer frech geworden, sim serim sim sim sim sim, – Zogen sie nach Deutschlands Norden, sim serim sim sim sim sim, – vorne mit Trompetenschall, täterätetätä, – Ritt der Gen'ralfeldmarschall, täterätetätä, – Herr Quintilius Varus, wau wau wau wau wau, – Herr Quintilius Varus, schnäderäntäng schnäderäntäng schnäderäntängterängtängtäng.

2. In dein Teutoburger Walde, hui! wie pfiff der wind so kalde! – Raben flogen durch die Luft, und es war ein Moderduft – wie von Blut und Leichen.

3. Plötzlich aus des Waldes Duster brachen krampfhaft die Cherusker. – Mit Gott für König und Vaterland stürzten sie sich wuthentbrannt – Auf die Legionen.

4. Weh, das war ein großes Morden, sie erschlugen die Kohorten. – Nur die röm'sche Reiterei rettete sich in das Frei’, – Denn sie war zu Pferde.

5. O Quintili, armer Feldherr, wußtest du, daß so die Welt wär’?! – Er gerieth in einen Sumpf, verlor zwei Stiefel und einen Strumpf – Und blieb elend stecken.