Seite:Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes 1900.pdf/72

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6. Knaster, den gelben, hat uns Apolda präparirt – Und uns denselben rekommandirt.

7. Hat dann ein jeder sein Pfeifchen Knaster angebrannt, – So nehm' er wieder sein Glas zur Hand!

8. So lebt man lustig, weil es noch flotter Bursche heißt, – Bis daß man rüstig ad patres reist.

9. Bis daß mein Hieber vom Corpus juris wird besiegt, – So lang, ihr Brüder, leb' ich vergnügt!

10. Denkt oft, ihr Brüder, an unsre Jugendfröhlichkeit, – Sie kehrt nicht wieder, die gold'ne Zeit!

114.
Mel.: Und die Würzburger Glöckli.

1. Chimmt a vogerl geflogen, setzt sich nieder auf main Fuß, – pat ein Zettel im Goscherl und vom Diarndl an Gruß.

2. Und a Büchserl zum Schießen, und a Straußring zum Schlag'n, – Und a Diarndl zum Lieb'n muß a lust'ger Bue Han.

3. Hast mi alleweil vertröstet uf die Summeri-Zeit, – Und der Summer is chimma und main Schatzerl is weit.

4. Daheim is main Schatzerl, in der Fremd' bin i hier, – Und es fragt halt chain Schatzerl, chain Hunderl nacher mir.

5. Liebs vogerl, flieg weiter, nimm a Gruß mit, a Kuß! – Und i chan di nit b'gleita, wail i hierblaibi muß.

Volkslied.     
115.

1. Das ist im Leben häßlich eingerichtet, daß bei den Rosen gleich die Dornen steh'n, – Und was das arme Herz auch sehnt und dichtet, zum Schlusse kommt das voneinanderdeinen geh'n. – In deinen Augen hab' ich einst gelesen, es blitzte drin von Lieb' und Glück ein Schein: – Behüet dich Gott, es wär' zu schön gewesen, behüet dich Gott, es hat nicht sollen sein!

2. Leid, Neid und Haß, auch ich hab' sie empfunden, ein schwergeprüfter, müder Wandersmann. – Ich träumt', von Frieden dann und stillen Stunden, da führte mich der Weg zu dir hinan. – In deinen Armen wollt' ich ganz genesen. Zum Danke dir mein junges Leben weih'n: – Behüet dich Gott etc.

3. Die Wolken flieh'n, der Wind saust durch die Blätter, ein Regenschauer zieht durch Wald und Feld, – Zum Abschiednehmen just das rechte Wetter, grau wie der Himmel steht vor mir die Welt. – Doch wend' es sich zum Guten oder Bösen, du schlanke Maid, in Treuen denk' ich dein! – Behüet dich Gott etc.

J. V. v. Scheffel.