Seite:Liederbuch des Gau 19 Rostock des Deutschen Radfahrer-Bundes 1900.pdf/73

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116.

1. Das schwarzbraune Bier, das trink' ich gern, – Ein schwarzbraunes Mädchen küß' ich gern. – Heidi, heidu, ei du verdammtes trulalu, – Du läßt mir keine Ruh!

2. Das Mägdelein hat zwei Aeugelein, – Die blinken wie die Sternelein.

3. Das Mägdlein hat einen Rosenmund, – Und wer den küßt, der wird gesund.

4. Das Mägdlein ist so voll von Lust, – Es klopft das Herz mir in der Brust.

117.

1. Da streiten die Leut' herum wohl um den Werth des Glücks; – Der eine nennt den andern dumm, am End' weiß keiner nix. – Da ist der allerärmste Mann dem andern viel zu reich. – Das Schicksal setzt den Hobel an und hobelt alles gleich.

2. Die Jugend will stets mit Gewalt in allem glücklich sein, – Doch wird man nur ein wenig alt, so giebt man sich schon drein. – Oft zankt mein Weib mit mir, o Graus, dies bringt mich nicht in Wuth; – Ich klopfe meinen Hobel aus und denk': du brummst mir gut.

3. Zeigt sich der Tod einst, mit Verlaub, und zupft mich, Brüder! komm! – So stell' ich mich ein wenig taub und sch' mich gar nicht um. – Doch spricht er: „Lieber Valentin, mach' keine Umständ', geh!“ – So leg' ich meinen Hobel hin und sag' der Welt Ade!

F. Raimund, „Verschwender“.     
118.

1. Das war der Herr von Rodenstein, der sprach: Daß Gott mir helf', – Giebt's nirgend mehr 'nen Tropfen Wein des Nachts um halber zwölf? – Raus da! Raus da aus dem Haus da! Herr Wirth, daß Gott mir helf', – Giebt's nirgend mehr 'nen Tropfen Wein :,: des Nachts um halber zwölf? :,:

2. Er ritt landauf, landab im Trab, kein Wirth ließ ihn in's Haus; – Todtkrank noch seufzt vom Gaul herab er in die Nacht hinaus: – Raus da etc.

3. Und als mit Spieß und Jägerrock sie ihn in's Grab gethan, – Hub selbst die alte Lumpenglock betrübt zu läuten an: – Raus da etc.

4. Doch wein der letzte Tropfen fehlt, den duld't kein Erdreich nicht, – Drum tobt er jetzt, von Durst gequält, als Geist umher und spricht: – Raus da etc.