Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/120

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Einer darunter eine so malitiöse Niese gehabt, so bekam es einen großen Muth, und brach ins Hochzeithaus mit gezogenen Säbeln ein. Der Anführer will auf Immerschlaf einhauen, der aber niest blos noch einmal, und der Anführer vergaß: „wohl bekomms!“ zu sagen, denn er überschlug sich wie ein Purzelmann von Holunder Mark, und als er wieder auf seinen Füßen stand, spaltet ihm der General den Kopf. Ein Anderer wurde in der Mitte durchgehauen; der Dritte verlor die Achsel mit dem Arm, ein Vierter ein Paar Beine, u.s.w. Da nahmen die übrigen mit viel Kriegslist und Gegenwart des Geistes Reißaus, und vertrauten ihren Beinen, weil die Arme zu ihrem Heil nicht hatten zureichen wollen.

Als nun die Feinde tapfer auf der Flucht waren, wurden sie auch eben so tapfer verfolgt. Greifwolke läßt hageln; Blasefeuer bläst ihnen nach und hätte sie alle zu Asche gebrannt, wären sie nur still gehalten; Immerschlaf niest ihnen nach, und von den acht oder neun, die entkommen waren, überschlugen sich die Meisten erst, ehe sie weiter laufen konnten. Selbst der Derwisch Trinkaus, der immer sein heiliges Buch, den Koran, in der Hand führte, schlägt mit diesem Heiligthum Einigen kühnes Muthes hinter die Ohren, denn er wußte wohl, daß sie sich nicht zur Wehre setzen würden. Die armen Flüchtlinge blieben am Ende doch allesammt auf dem Platze, denn Felsenschneiders Klinge verschonte keinen Einzigen.

Nun erst konnten sie recht vergnügliches Mahl halten, in Fisch, Braten und Wein, zumal da sie daßelbe mit der Erzählung ihrer ruhmwürdigen Thaten würzen konnten, die der kluge General mit großer Belobung anerkannte. Um sich für ihre Verdienste zu belohnen, tranken sie des Weins so viel, daß sie neben dem Tisch in süßen Schlaf versanken. – Der Heldenthaten waren für diesen Tag genug!