Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/172

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Da verlangte der König den schönsten Teppich. Wer den bringe, der solle das Reich haben. Der König blies die drei Federn in die Luft, und da ging es wieder wie das erstemal. Diese flog nach Abend, jene nach Morgen und die dritte fiel wieder auf denselben Stein. Da lachten die Brüder den Jüngsten wieder aus, daß der abermals da bleiben müße. Dasmal aber weinte er nicht, sondern hob den Stein auf und ging in das Gewölbe. Da saß das Mädchen und webte einen Teppich aus den allerfeinsten Faden mit brennenden Farben und wunderschönen Blumen, den gab sie ihm.

Als die drei Brüder nun ihre Teppiche zeigten, war des Jüngsten seiner so schön, daß man die andern Teppiche nicht ansehen mochte. Aber die Brüder stritten wieder und meinten, aller guten Dinge müßten drei sein.

So sagte denn der König, wer die schönste Jungfrau heimbrächte, bekäme das Reich. Darauf ging es mit den drei Federn abermals so wie vorher.

Da ging der Jüngste wieder in das Gewölbe und klagte dem Mädchen sein Leid. Das aber hieß ihn in dem Gewölbe weiter gehen, da fände er die Schönste auf Erden. Er fand aber nur große Kammern voll Gold und Edelsteinen und einen großen Frosch, der an einem Teich saß, der sprach: umfaße mich und versenk dich mit mir im Waßer. Das sagte der Frosch ihm dreimal, da that er es denn; aber kaum hatten sie das Waßer berührt, so hielt er die schönste Jungfrau auf Erden in seinem Arm, gegen welche die Jungfrauen der Brüder ordentlich garstig aussahen.

Aber das Reich machten ihm die Brüder noch einmal streitig, und sagten, der solle das Reich haben, deßen Jungfrau bis zu dem Ring hinaufspringen könne, der mitten im Saale hing. Die Jungfrauen der beiden ältern Brüder sprangen und sprangen, aber vergeblich.