Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/315

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In großer Pracht und Herrlichkeit kam das schöne Paar an den Hof. Das Volk jubelte, der Vater freuete sich innig; aber als die Grunzau hörte, Viola habe einen mächtigen und wunderschönen Prinzen zum Gemahl, den, der sie eine Meerkatze genannt hatte, und nun das schöne Paar sahe, da wurde sie so wüthend und wild, daß sie schäumte. Da traf sie der Schlag, daß sie starb.




26. Prinz Beder.

Es hat immer solche Ungläubige gegeben, wie es ihrer heutiges Tags noch genug gibt, die zu Trotz aller sichern und wahrhaftigen Nachrichten, dennoch an keine Meermenschen glauben wollen.

So ein Ungläubiger war ein Sultan in Persien. An die Fische im Meer glaubte er eben sowohl als an die Vögel unter dem Himmel, er glaubte sogar an den drei Meilen langen Seekraken, an die große Seeschlange, die mit ihren Armen die größesten Kriegsschiffe umwindet, sie in die Tiefen hinabzieht, und dann verschluckt; er glaubte auch an den Vogel Roch, der einen Palast zwischen seine Klauen nimmt und davon trägt, aber an Meermenschen glaubte er durchaus nicht. Indeßen kam ihm der Glaube davon in die Hand.

Der König wollte in seinem Palast das Schönste auf Erden von allerlei Art beisammen haben, denn das allein nur sei für ihn gut genug, dachte er. So hatte er denn auch eine Menge der schönsten Sklavinnen zusammengekauft, die das Auge nur gern ansahe und die im Palaste dienen mußten.

Einsmals brachte ihm aber ein Sklavenhändler eine Sklavin,