Seite:Luebische Geschichten und Sagen.djvu/344

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aber nichts gefunden. Dem Eheherrn aber ward danach, durch die Aussagen der Magd, seiner Frau Bosheit kund. Die Diebin wurde in den Galgen gehenkt.

Seitdem fährt alljährlich in der Neujahrsnacht eine schwarze Kutsche mit feuerschnaubenden Rappen von der Burgstraße nach der Alsheide zu, jedoch ohne Kutscher; inwendig sitzen zwei Frauen, die eine ohne Kopf, die andere den Kopf in den Nacken gedreht. So wie der Wagen aber in die Engelswisch einbiegt, ist alles spurlos verschwunden.


185. Der Schatz.

1342. In der Glockengießerstraße, hinuntergehend linker Hand, einige Häuser abwärts vom Glandorpen Hof, hatte vor hundert und etlichen Jahren ein alter Geizhals gewohnt, der so viel Geld zusammengescharrt, daß er damit nicht zu bleiben gewußt; dennoch hatte er Keinem auch nur einen Pfennig gegönnt. Wenn er nun seine Kisten voll angesehn, ging es ihm durchs Herz, daß seine Erben, arme aber fröhliche Leute, nach seinem Tode alles an sich nehmen sollten, und hat er ein gutes Theil im Hofe vergraben; aber da er plötzlich krank geworden,

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Ernst Deecke: Lübische Geschichten und Sagen. Carl Boldemann, Lübeck 1852, Seite 338. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Luebische_Geschichten_und_Sagen.djvu/344&oldid=3349064 (Version vom 1.8.2018)